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Hier leben ja, aber nicht als Deutsche

Einbürgerungsanträge stagnieren Hier leben ja, aber nicht als Deutsche

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Schaumburg steigt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der im Landkreis lebenden Ausländer um fast 4000 Personen erhöht.

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Quelle: dpa

LANDKREIS. Nur wenige Menschen versuchen allerdings, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben – und verzichten damit auf eine wichtige Voraussetzung, um voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Insgesamt lebten am 30. Juni dieses Jahres 12150 Personen ohne deutschen Pass im Landkreis, darunter rund 2500 Asylbewerber. Ende 2011 waren es noch 8341. Demgegenüber ist die Zahl der Einbürgerungsanträge kaum angestiegen.

Nach Angaben des Landkreises sind im vergangenen Jahr 148 Einbürgerungsanträge eingegangen. Das bedeutet, dass weniger als 1,4 Prozent der in Schaumburg lebenden Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben möchten. 2011 waren 158 Anträge bei der Behörde eingegangen.

173 Menschen erworben deutsche Staatsbürgerschaft 2015

Die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben im vergangenen Jahr 173 Menschen, das waren 42 Personen mehr als 2011. Im Schnitt gab es im Zeitraum von 2011 bis 2015 knapp 150 Einbürgerungen pro Jahr.

Insgesamt sind in Schaumburg in den vergangenen fünf Jahren 724 Menschen aus 64 verschiedenen Staaten eingebürgert worden. An der Spitze der Herkunftsländer steht unangefochten die Türkei. Seit 2011 sind 275 Menschen aus dem Land am Bosporus Deutsche geworden. Dahinter folgen der Kosovo (64), Polen (60), Griechenland (31) und Syrien (23). Auch bundesweit bilden Türken und Polen die größte Gruppe, an dritter Stelle liegen die Ukrainer.

Deutschlandweit geht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Einbürgerungen sogar zurück. 2015 wurden nur noch 107200 Ausländer Deutsche, 1,4 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Dabei hat Nierdersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) betont, dass Einbürgerungen wichtig für eine nachhaltige Integration seien. Die Staatsbürgerschaft ist Voraussetzung für die freie Berufswahl und das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Nach Angaben von Rundt zeige die Erfahrung zudem, dass Eingebürgerte häufig einen höheren Bildungsabschluss erreichen.

Sozialministerium will Kampagne starten

Mit einer Kampagne will das Sozialministerium erreichen, dass mehr Menschen, die alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, auch den entsprechenden Antrag stellen.

Dabei sind die Voraussetzungen für die Einbürgerung je nach Antragsteller sehr unterschiedlich. Die Wartefrist beträgt für nicht EU-Bürger in der Regel acht Jahre, kann aber verkürzt werden: Wer den Integrationskurs erfolgreich abschließt, muss nur sieben Jahre warten. Sechs Jahre sind es, wenn der Antragsteller seine Sprachkenntnisse nachweist. Bis auf drei Jahre verringert sich die Frist, wenn der Antragsteller einen deutschen Ehegatten hat.

Bedingungen für die Einbürgerung sind, dass der Antragsteller sich zum Grundgesetz bekennt, keine schlimmeren Straftaten als Bagatelldelikte (bis drei Monate Freiheitsstrafe) begangen hat, seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann, also nicht auf Sozialhilfe angewiesen ist, und seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt. In jedem Fall muss der Antragsteller den Einbürgerungstest bestehen und einen Sprachnachweis erbringen.

In einem Vorabgespräch prüft die Ausländerbehörde, ob der Antragsteller alle Unterlagen eingereicht hat und die Voraussetzungen erfüllt. Ist diese Hürde genommen, steht einer erfolgreichen Einbürgerung nach Angaben von Kreisdezernentin Andrea Stüdemann in aller Regel nichts im Wege. Die Zahl der abgelehnten Anträge sei „verschwindend gering“. ber

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