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Hilfe zur Selbsthilfe

SN-Serie zur Landeskirche Schaumburg-Lippe Hilfe zur Selbsthilfe

Die Stadtkirche in Bückeburg begeht ein Jubiläum: Sie wird dieses Jahr 400 Jahre alt, was Mitte Mai groß gefeiert werden soll. Das nehmen wir zum Anlass, in einer kleinen Serie einige der vielfältigen Tätigkeitsfelder der Schaumburg-Lippischen Landeskirche vorzustellen.  Das Diakonische Werk:

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Diakonie-Geschäftsführer Günter Hartung im Gespräch. 

Quelle: rg

Landkreis. Rund 1300 Menschen pro Jahr in schwierigen Lebenslagen ganz konkret zu helfen – das ist die Bilanz des Diakonischen Werks der Schaumburg-Lippischen Landeskirche. „Wir sehen uns als qualifizierten sozialen Dienstleister, der aus einer christlich-humanistischen Perspektive heraus handelt“, beschreibt Geschäftsführer Günter Hartung das Selbstverständnis. Es komme zunächst darauf an, Notlagen unmittelbar zu beseitigen oder zu lindern. Ein zweiter Schritt sei aber genauso wichtig: die Betroffenen so schnell und so umfassend es geht, zur Selbsthilfe zu befähigen.

Das Werk der kleinen Landeskirche mit seinem Sitz an der Stadthäger Bahnhofstraße verfügt über 20 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 22 ehrenamtliche Leiter von Selbsthilfegruppen in der Suchtberatung. Der Jahresetat umfasst rund eine Million Euro. Zu den Einnahmen zählen neben Zahlungen von der Landeskirche und Spenden auch Zuschüsse aus der öffentlichen Hand.

Schwerpunkt der Arbeit ist die Suchtberatung. Das basiert nach Schilderung von Hartung auf einer langen Tradition. Mitarbeiter der Diakonie waren es nämlich, die vor 40 Jahren im Landkreis eine Suchtberatung überhaupt erst eingeführt hatten. Daraus erwuchs in diesem Bereich ein Alleinstellungsmerkmal des Diakonischen Werks.

Dieses bietet eine Suchtberatung und -behandlung an für Betroffene oder Angehörige. Dazu kommt eine Stelle für Drogen- und Jugendberatung, in der Hilfe bei allen Formen von Drogenkonsum bereitgehalten wird. Bei der Jugendberatung werden zudem Gespräche über Eltern, die Schule oder die Sexualität geführt. Darüber hinaus führt das Diakonische Werk auch eine Fachstelle für Suchtprävention, die durch vielerlei Projekte frühzeitig gegen den Konsum von Suchtmitteln angehen will.

Zusätzlich zum Thema Sucht gibt es beim Diakonischen Werk noch die Ehe-, Lebens- und Familienberatung sowie die soziale Schuldnerberatung. Im erstgenannten Bereich geht es um eine qualifizierte psychologische Beratung und Begleitung mit dem Ziel der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen. Die Beratungsangebote des Diakonischen Werkes sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kostenlos.

Nach Auskunft von Hartung engagiert sich das Diakonische Werk vielfach in Kontakt mit hiesigen Behörden und Einrichtungen, um Lebenssituationen von Hilfesuchenden konkret zu verbessern: „Das nehmen wir sehr ernst.“ ssr

Wesensmerkmal der Kirche

Warum die Kirche diakonisch ist, beschreibt der Hagenburger Pastor Axel Sandrock, Vorsitzender des Diakonischen Werkes: „Jesus hat offenbar sein Leben als eine Hinwendung an den Anderen verstanden.“ Dadurch werde deutlich: „Die Frage nach dem Wohl und Wehe des Anderen ist mindestens so wichtig wie die nach dem eigenen Ergehen und Befinden.“
In diesem Geiste wirke die Kirche auf zweierlei Weise: „Sie verbindet das versöhnende Wort mit der helfenden, stützenden, die Notlagen der Menschen (unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit) mindernden Geste, mit einer kompetenten Beratung in schwierigen Lebenslagen oder mit einer finanziellen Unterstützung.“
Dieser diakonische Ansatz habe sich seit den frühchristlichen Gemeinden, in denen schon Diakone eingesetzt waren, über die Jahrhunderte als wesentlicher Teil der Kirche erhalten.  ssr

 

45 Euro mehr im Monat

Wie Ratsuchenden etwa in der Sozial- und Schuldnerberatung des Diakonischen Werks ganz konkret geholfen wird, zeigt folgendes Beispiel, das Geschäftsführer Günter Hartung skizziert: Anna T. kam verzweifelt in die Beratung. Der schwerbehinderten Kleinrentnerin blieben nach Abzug der festen Ausgaben noch 185 Euro im Monat. Das reichte kaum für das Notwendige zum Leben. Die Sozialberaterin erreichte die Befreiung von den GEZ-Gebühren. Durch Intervention reduzierte das Sozialamt die Raten für ein Darlehn. Verträge, die das Budget belasteten, wurden gekündigt. Gemeinsam mit Anna T. wurde nach weiteren Einsparpotenzialen gesucht und ihr Möglichkeiten wie die Tafel und Kleiderkammer aufgezeigt. Beim Stromversorger wurde erreicht, dass Anna T. das Guthaben einer Jahresendabrechnung, das der Versorger einbehalten wollte, überwiesen bekam. Insgesamt hat Anna T. als Ergebnis der Beratung zusätzlich zu akuten Entlastungen 45 Euro im Monat mehr für den Lebensunterhalt zur Verfügung.  ssr

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