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Landkreis / Unwetter

Hochwasser hinterlässt seine Spuren


Das Hochwasser ist vorüber, und langsam geht alles in Schaumburg wieder seinen gewohnten Gang. Doch die vergangene Woche, überhaupt das regnerische Wetter im August, haben ihre Spuren insbesondere im Bereich der Landwirtschaft hinterlassen: Felder sind überwässert und zum Teil unbefahrbar für Erntemaschinen, während der Weizen vielerorts bereits zu faulen und neu zu keimen beginnt. Was noch geerntet werden kann, wird nach Meinung von Experten höchstens noch als Futterweizen zu verwenden sein, wenn überhaupt. Der überwiegende Teil werde vermutlich nur noch für Biogasanlagen brauchbar sein.

Wegen des vielen Regens beginnt der Weizen auf den Feldern zu faulen – und ist als Brotweizen nicht mehr zu gebrauchen.

© rg

Landkreis (kle). „Besonders betroffen vom Hochwasser sind die Niederungen in Bückeburg und die Stadtteile Stadthagens unterhalb der Bückeberge, wo das Wasser hin abfließt“, erklärte Kreislandwirt Heinz Schweer gestern auf Nachfrage. Denn dort sei die Befahrbarkeit der Ackerflächen extrem eingeschränkt. „Der Weizen muss jetzt aber so schnell wie möglich runter.“

Allerdings beschränke sich das Problem bei Weitem nicht nur auf den Weizen, der in Schaumburg zu 90 Prozent abgeerntet sei. Auch das Aussäen sei durch die Unbefahrbarkeit der Ackerflächen stark eingeschränkt. „Raps zum Beispiel müsste im Grunde jetzt schon gedrillt werden“, so Schweer. Wenn das Wetter nicht besser werde, müssten die Landwirte auf andere Pflanzen umsteigen.

Nicht so schlimm sei die Wettersituation dagegen für Pflanzen wie Kartoffeln, Rüben und Mais – bis jetzt. Nach dem eher trockenen Sommer habe besonders den Rüben der viele Regen recht gut getan. Wichtig sei jetzt, dass sich das Wetter wieder bessert und es sonniger wird – schon allein, damit die Felder wieder befahrbar seien.

Darauf setzt auch Hans-Heinrich Harkopf von Harkopfs Hofladen in Habichhorst, da er möglichst bald die Kartoffeln auf dem Feld abernten müsse. „Kartoffeln reagieren bei solchem Wetter sehr empfindlich. Wenn die Knolle nach dem Abreifen zu viel Wasser kriegt, beginnt sie, wieder zu blühen, und das ist ganz schlecht.“ Wenn es also weiterregne, so Harkopf, „wäre das ein Debakel“.

So hart das Wetter der vergangenen Wochen die Landwirtschaft getroffen hat, so glimpflich sind nach Aussage von Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel Schaumburgs Wälder davongekommen. „Am Waldbestand selbst haben wir so gut wie keine Schäden festgestellt“, so Seidel. Glücklicherweise seien die Unwetter nämlich mit sehr wenig Wind verbunden gewesen, das Wasser selbst sei nicht schädlich für den Wald – im Gegenteil. „Wenn wir gleichzeitig noch ein Orkantief gehabt hätten, sähe das natürlich ganz anders aus.“ Der Schaumburger Wald beispielsweise sei komplett schadensfrei geblieben.

„Allerdings hatten wir in den Bückebergen wegen der Hanglage punktuell mit Problemen zu tun“, erklärte Seidel. So seien ein paar Forstwege beschädigt worden, besonders schlimm habe es den sogenannten Diekmann’schen Weg im Felsengrundtal erwischt. „Da ist ein großes Stück des Weges komplett weggebrochen“, sagte Seidel. Grund für den Schaden war ein Sandsteinbrocken, der das Rohr unterhalb des Weges, durch das das Wasser hätte abfließen sollen, verstopft hatte – ebenfalls eine Folge der Unwetter. „Die kaputten Wege sind selbstverständlich alle gekennzeichnet und gesperrt. Passanten und Radfahrer sollten sich in jedem Fall daran halten“, betonte Seidel. Die Reperaturarbeiten sollen noch heute beginnen. Den Schaden schätzt Seidel auf bis zu 8 000 Euro.

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