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Hohe Personalkosten und Fallzahl-Regelung sorgen für Klinik-Defizit

31 Millionen Hohe Personalkosten und Fallzahl-Regelung sorgen für Klinik-Defizit

Das Defizit der kommunalen Kliniken in Stadthagen und Rinteln wächst und wächst. Mittlerweile hat dieses die Marke von 31 Millionen Euro überschritten. Die Gründe für den ungebremsten Anstieg sind nach Ansicht der Krankenhausprojektgesellschaft (KPG), der außer dem Landkreis auch die Stiftung Bethel und der Konzern Agaplesion angehören, allerdings in der Struktur der Krankenhauslandschaft in Schaumburg bedingt.

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Landkreis (bes). Als einen der gewichtigsten Gründe für die hohen Kosten an den drei Kliniken nennt Achim Rogge, Sprecher der KPG-Geschäftsführung, die hohen Personalaufwandsquoten. Bei deren Ermittlung werden die Kosten für die Mitarbeiter zu den Gesamtaufwendungen für den Betrieb in Beziehung gesetzt. In Bückeburg, so Rogge, liege dieser Wert bei 68 Prozent, in der Kreisstadt bei 71 Prozent und in Rinteln sogar bei 98 Prozent.
In anderen Krankenhäusern sei eine Personalaufwandsquote 60 Prozent oder sogar weniger üblich, zieht der KPG-Geschäftsführer einen Vergleich. „Das Gesamtklinikum in Vehlen wird eine Quote von 65 Prozent haben“, ist Rogge zuversichtlich.
Allerdings machen es die derzeit drei Standorte erforderlich, dass bestimmte Stationen und Einrichtungen an mehr als einem Krankenhaus vorgehalten werden. Dazu gehören nach Aussage Rogges die Küche, der technische Dienst, die Wäscherei und der Bereitschaftsdienst aus Ärzten und Pflegern. Doch auch der sogenannte Hintergrunddienst und der Empfang werden in der Parallelstruktur mehrfach besetzt.
Die Krankenhauslandschaft mit drei Standorten ist jedoch auch in anderer Hinsicht kostentreibend. Dabei machen den drei Einrichtungen die sogenannten Fallzahl-Regelungen zu schaffen. Will das Krankenhaus nicht auf den Kosten sitzen bleiben, muss eine bestimmte Zahl an Eingriffen erreicht werden. „Bei der Einsetzung von Kniegelenkprothesen liegt der Wert bei 50 Operationen“, nennt Rogge ein Beispiel. „Wenn wir nur 49 schaffen, bekommen wir kein Geld für diese Leistungen.“
In Rinteln sei dieser Fall bereits vorgekommen, wie der Geschäftsführer eingesteht. „In Stadthagen waren wir bisher immer ganz nah an der Grenze, haben aber bisher alle Leistungen abgerechnet bekommen.“
Verantwortlich für diesen Zustand zeichneten Krankenkassen und Bundesregierung. Rogge: „Es ist politischer Wille, dass kleinere Häuser in ihrer Existenz gefährdet werden.“
Zu der Frage, wie hoch das Defizit in diesem und im kommenden Jahr jeweils ausfallen wird, hält sich Rogge indessen bedeckt. Im Dezember 2016 soll dann schließlich der Umzug ins neue Gesamtklinikum in Vehlen über die Bühne gehen, damit wenige Wochen später Eröffnung gefeiert werden kann.

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