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Hospizverein Rinteln startet Trauergruppe

Tabuthema Selbsttötung Hospizverein Rinteln startet Trauergruppe

Schuld, Scham, Wut – Trauer hat viele Facetten. Auch die Frage nach dem Warum gehört immer dazu. Eine besondere Rolle spielen solche Fragen bei Angehörigen von Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben. Die Zahl der Selbstmorde ist stark gestiegen, sagt Marjanne Griffioen vom Hospizverein Rinteln. Ein trauriger Trend, der sich auch bei der Beratung von Hinterbliebenen widerspiegele.

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Anke Claus (links) im Gespräch mit Marjanne Griffioen.

Quelle: tbh

Landkreis (tbh). Um auf die besondere Situation von Menschen eingehen zu können, die jemanden durch Suizid verloren haben, hat der Hospizverein Rinteln nun eine eigene Trauergruppe gegründet.
Aus ihrer Erfahrung als Trauer- und Sterbegleiter beim Hospizverein Rinteln wissen Koordinatorin Anke Claus und Griffioen, wie schwierig es für viele Hinterbliebene ist, nach einem Suizid über den Verlust zu sprechen. Claus: „Das ist immer noch ein Tabu-Thema.“ Wenn der Mann, das Kind oder die Großmutter den Freitod gewählt hat, seien daher auch die Wege der Trauerbewältigung oftmals andere, als bei Menschen die krank waren oder einen Unfall hatten.
Griffioen betreut unter anderem die Mutter einer 27-Jährigen, die sich erhängt hat. An einem Freitag sei die Studentin, die an Magersucht litt, nicht nach Hause gekommen. Die alleinerziehende Mutter, zu der die 27-Jährige ein enges Verhältnis hatte, fand in der gemeinsamen Wohnung einen Abschiedsbrief: „Es tut mir leid, ich halte es nicht mehr aus.“
Griffioen weiß: Nach so einem Verlust ist die Trauer eine andere als bei „normalen Sterbefällen“. Hinterbliebene hätten nach einer Selbsttötung oftmals sogar Schuldgefühle. Was habe ich falsch gemacht, warum habe ich nichts gemerkt, wie hätte ich das verhindern können – das sind laut Claus häufige Fragen nach solchen tragischen Ereignissen.
In den Gruppen für Trauernde habe Griffioen die Erfahrung gemacht, dass sich Angehörige von Suizidopfern meist nicht verstanden fühlen. Das sei auch der Grund, warum sie sich entschlossen habe, nun eine gesonderte Trauergruppe anzubieten.  n Griffioen bittet um vorherige Anmeldung unter Telefon (0 57 53) 3 03 36 66 oder 01 78 – 1 65 75 01 sowie ein Vorgespräch. Die ersten Termine sind für Mittwoch, 16. März, 20. April, 18. Mai und 15. Juni, jeweils von 19 bis 20.30 Uhr geplant.

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