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Hundehalter muss 400 Euro Strafe zahlen

Verstoß gegen Tierschutz Hundehalter muss 400 Euro Strafe zahlen

Ein Mann aus Gelldorf soll 400 Euro Bußgeld an den Landkreis zahlen. Der Grund: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Der 58-Jährige wiederum ist sich keiner Schuld bewusst und sieht sich vom Kreisveterinäramt ungerecht behandelt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Landkreis. Dem gebürtigen Thüringer wird vorgeworfen, seinen Schäferhund-Rüden Arnold mehrfach über Stunden an einer ein Meter langen Leine im Garten angepflockt zu halten. Dort soll der Hund wegen des geringen Bewegungsradius in seinen Exkrementen stehen. „Zum Zeitpunkt der Kontrolle war vor der Terrassentür sowohl breiig durch Hundepfoten zertretener als auch fest geformter, alter und frischer Hundekot erkennbar“, heißt es im Bericht, den Amtsveterinär Dr. Ulf Güber verfasst hat. Außerdem sei bei dem Besuch der Aktionsradius des angebundenen Hundes aufgrund der Bodenspuren erkennbar gewesen. Das Fell des Rüden sei zudem mit Kotresten verschmutzt gewesen.

 Nach Angaben von Güber musste der Gelldorfer bereits im vergangenen Jahr 200 Euro Bußgeld bezahlen, da der Veterinär schon damals die Haltung von Arnold bemängelt hatte. Jetzt wurde die Summe verdoppelt, da sich immer noch nichts geändert hat.

 „Ich war schon mehrfach bei dem Mann und habe ihn in Sachen Tierhaltung beraten“, sagt Güber im Gespräch mit den SN. Offenbar ohne Erfolg, wenn man den Angaben der Nachbarn Glauben schenken darf. Denn geändert habe sich nichts. Ganz im Gegenteil: Der Hundebesitzer habe nun die Mülltonnen und seinen Wagen so vor dem Grundstück platziert, dass ein Blick von der Straße aus auf den Bereich, wo der Hund angeleint war, nicht mehr möglich sei.

 Dem im Außenbereich gehaltenen Hund stehe weder eine Schutzhütte noch ein wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung, heißt es im aktuellen Bericht weiter. Obwohl der Gelldorfer nach den vergangenen Beratungsterminen sich eine Laufleine gekauft hat, komme diese nicht zum Einsatz. „Die liegt da ungenutzt auf dem Grundstück, und der Hund ist an der kurzen Leine festgemacht“, schildert Güber.

 Der Amtsveterinär sei sich darüber im Klaren, dass diese Geldstrafe den Rentner hart trifft, aber er habe handeln müssen. „Tierschutz ist im Grundgesetz verankert. Wir haben einen Auftrag“, sagt er. Wenn sich auch nach diesem Bußgeld nichts ändere, muss der Kreis dem Mann Arnold wegnehmen.

 „Arnold ist mein größtes Glück“, sagt der Hundebesitzer. In seiner Stimme klingt das Unverständnis über das auferlegte Bußgeld vom Landkreis durch. „Dafür würde ich ihm lieber Spielzeug und Hundefutter kaufen“, ärgert sich der gebürtige Thüringer. Dass etwas mit seiner Hundehaltung nicht stimme, hält er für ausgeschlossen. „Ich bin immer mit Arnold unterwegs. Ich werde im Ort schon nach ihm gefragt, wenn ich mal alleine unterwegs bin“, sagt er im Gespräch mit den SN. Über Jahrzehnte habe er schon Schäferhunde gehalten.

 Hinter den Kontrollen des Kreisveterinäramtes wittert er Verschwörungen. Seine Exfrau könnte hinter allem stecken, vermutet der Frührentner. Beweise dafür hat er allerdings nicht.

 Güber kenne diese Geschichten schon, sagt er. Seit Jahren besuche er den Hundehalter und versuche, positiv auf ihn einzuwirken. „Es ist wohl wahr, dass er den Hund über alles liebt“, sagt der Experte. Aber das mit der Haltung schaffe er offenkundig einfach nicht. Am Ende stehe das Wohl des Hundes im Vordergrund.

 Der Gelldorfer wird nach eigenen Angaben das Bußgeld begleichen. „Was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig.“ Nach Einsicht klingt das allerdings nicht. Güber will weiterhin an dem Fall bleiben. vin

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