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Hundert Möglichkeiten der Verständigung

Integration im Kindergarten Hundert Möglichkeiten der Verständigung

In jeder Schule im Landkreis gibt es nach Auskunft von Sozialdezernentin Katharina Augath mittlerweile eine Sprachlernklasse. Ähnliche Projekte an Kindertageseinrichtungen sind bisher nicht vorgesehen. Das ist nach Worten von Augath aber auch gar nicht nötig, da die Integration in Kindergärten bisher reibungslos verlaufe.

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Landkreis (js). 237 Flüchtlingskinder im Alter von einem bis zu sechs Jahren leben derzeit in Schaumburg. Ab dem dritten Lebensjahr steht diesen – wie auch deutschen Kindern – ein Platz in einer Kita zu. Ähnlich wie bei vielen anderen behördlichen Prozessen unterstützen Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt Eltern aus Krisengebieten, die ihre Jungen und Mädchen bei einer Tageseinrichtung anmelden wollen.
„Die Integration dieser Kinder läuft ohne Probleme“, berichtet Annica Roy, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen im Landkreis. Auch die sprachliche Barriere sei kein Hindernis. „Ein Kind hat hundert Möglichkeiten wie Mimik, Gestik, Hände und Füße, um sich zu verständigen“, ist sich Sozialdezernentin Augath sicher. Auch die Einrichtungen selbst würden „kreative Wege gehen“, um die Kommunikation zu erleichtern. „Bilderkarten helfen beispielsweise ungemein“, wirft Roy ein.
Dass mit solchen Mitteln traumatische Erlebnisse nicht aufgearbeitet werden können, weiß auch die Fachberaterin. „Allerdings haben wir noch keine Beratungsanfrage von Erziehern bekommen“, sagt sie. Das heißt, dass es in Schaumburg bisher keinen Fall gegeben hat, bei dem ein Erzieher bei einem Flüchtlingskind mit seinem Latein am Ende war. Für Extremfälle stehen jedoch die Integrationslotsen des Landkreises bereit.
Schon der Tagesablauf im Kindergarten helfe den Jungen und Mädchen, traumatische Vorkommnisse zu verarbeiten und sich zu integrieren. „Dort wird mit festen Ritualen wie dem Morgenkreis eine Struktur vermittelt“, sagt Roy. Gleichzeitig werde den Kindern beispielsweise im Freispiel die Möglichkeit gegeben, „die Welt zu entdecken und positive Erfahrungen zu machen“. Jene Balance helfe den Jungen und Mädchen, sich schnell anzupassen. „Außerdem wird in den Kitas die Vielfalt thematisiert und nicht als Ausnahme dargestellt“, berichtet Roy.
Problematisch ist allerdings, dass die Kapazitäten einiger Einrichtungen im Landkreis an ihre Grenzen stoßen könnten. Angesichts der Tatsache, dass jeden Monat 120 neue Flüchtlinge in Schaumburg ankommen (40 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche), könnte es in einigen Regionen wie Bad Eilsen oder Stadthagen bald zu Engpässen kommen. „Dort muss gegebenenfalls bedarfsgerecht ausgebaut werden“, sagt Augath.

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