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„Ich bin erschüttert“

Landkreis/ Sebastian Edathy „Ich bin erschüttert“

Überraschung, Betroffenheit, Besorgnis – das sind erste Äußerungen führender SPD- und Kommunalvertreter aus Schaumburg in Reaktion auf die sich überschlagenden Ereignisse um Sebastian Edathy.

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Schwere Zeiten für einen ehemaligen Bundestagsabgeordneten: Sebastian Edathy sieht sich mit massiven Vorwürfen konfrontiert. 

Quelle: pr.

Landkreis. „Ich bin erschüttert“, bekannte der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Kastning. Mitarbeiter in dessen Bundestagsbüro war Edathy zwischen 1993 und 1998 gewesen. Anschließend wurde Edathy Nachfolger von Kastning als hiesiger direkt gewählter Abgeordneter. Kastning gilt als politischer Ziehvater Edathys. „Wie immer die Sache ausgeht“, so Kastning, „er wird in jedem Fall den Schaden haben.“ Sollte an den Vorwürfen, kinderpornografische Schriften zu besitzen, etwas dran sein, „muss er das selbst verantworten“. Freilich betonte Kastning, dass er sich „nicht vorstellen kann oder will, dass das ernste Vorwürfe sein sollen“. Sollten sich diese tatsächlich als haltlos erweisen, „täte er mir sehr leid, weil sein Lebenslauf dann trotzdem kaputt ist, da immer etwas hängen bleibt“. Zudem sorgt sich Kastning, wie er hinzufügte, sehr um die Gesundheit Edathys.

„Betroffen und überrascht über alle diese Vorgänge“ zeigte sich der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD). Es handele sich „um schwerwiegende Vorwürfe, da muss schnellstmöglich Aufklärung her“. Dass die hiesige SPD nun keinen Abgeordneten mehr im Bundestag sitzen hat, sei „höchst bedauerlich“. Diese Sache treffe die Partei „völlig unvorbereitet“. Aus der Sicht der Stadtverwaltung der Kreisstadt stelle sich die neue Lage „leichter als auf der parteipolitischen Schiene“ dar, sagte der Verwaltungschef. Man werde entsprechende Interessen der Stadt nun an die beiden anderen hiesigen Abgeordneten herantragen. Diese seien ohnehin immer schon mit einbezogen worden. Maik Beermann (CDU) sei sogar Mitglied einer Regierungsfraktion, „das könnte manches einfacher machen“, so Hellmann, etwa beim Thema Ausbau der B 65. Das seit langer Zeit anberaumte Treffen der Stadtverwaltung mit Beermann Anfang März werde nun freilich „doppelt wichtig“.

Der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne gab folgende Erklärung ab: „Die Vorwürfe sind schwer. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man nur darauf verweisen, dass die Staatsanwaltschaft zügig aber gleichwohl umfassend ermitteln muss. Ich bin ob der Entwicklung sehr betroffen und wünsche mir schnell Klarheit.“

„Wir wissen so wenig“, bemerkte namens der Kreisverwaltung deren Erster Kreisrat Klaus Heimann: „Es ist wichtig, dass so schnell wie möglich aufgeklärt wird, was dahinter steckt.“ Was den Draht nach Berlin angehe, seien es angesichts der Lage „glückliche Umstände“, dass es zwei weitere hiesige Abgeordnete gibt. „Wir haben also Ansprechpartner, bei denen wir unsere Anliegen loswerden können.“

Der Stadthäger SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Jan-Phillip Beck sprach von einer „nicht einfachen Situation für die hiesige SPD“. Beck weiter: „Es ist bitter, wenn ein direkt gewählter Abgeordneter nicht mehr da ist, der die Interessen der Schaumburger, aber auch die der SPD vertritt.“ Der Rücktritt Edathys sei „für uns alle überraschend gekommen“. Mit dessen Mandatsniederlegung, bekannte Beck, habe er „nicht gerechnet“. ssr

Geschäftsstelle durchsucht

Auch die Geschäftsstelle der SPD Stadthagen ist ins Visier der Ermittler geraten. Das Ladenlokal, das vom SPD-Ortsverein angemietet ist, dient diesem als Versammlungsstätte, darüber hinaus den Abgeordneten Sebastian Edathy, Grant Hendrik Tonne und Karsten Becker als Anlaufstelle und Bürgerbüro. Er habe von der Durchsuchung am Montag erst am Dienstagvormittag erfahren, erzählte der Stadthäger SPD-Chef Jan-Philipp Beck. Ihm sei nicht bekannt, ob die Ermittler etwas mitgenommen hätten. Durchsucht worden sei das Büro Edathys, nicht aber der Teil der Geschäftsstelle, der dem SPD-Ortsverein diene.  to

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