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,,Ich bin ziemlich baff gewesen“

Interview mit Rick Jurthe ,,Ich bin ziemlich baff gewesen“

Wenn Deutschland am 22. Februar seinen Kandidaten für den Eurovision Song Contest (ESC) 2018 in Lissabon sucht, stellt sich als einer der sechs Kandiaten der aus Hülsede stammende Produzent, Komponist und Sänger Rick Jurthe alias Ryk zur Wahl. Mit den SN hat er darüber gesprochen, wie dazu kam – und wie er seine Chancen einschätzt.

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Hülsede. Die Geschichte Ihrer Teilnahme am ESC-Vorentscheid ist recht außergewöhnlich. Sie haben sich selbst gar nicht beworben, nicht wahr?

Das stimmt. Wer mich angemeldet hat, weiß ich nicht genau. Ich wurde von unterschiedlichen Seiten aus der Musikszene vorgeschlagen. Der NDR hat einen Aufruf gestartet und Labels, Verlage aber auch Künstler gebeten, Vorschläge für mögliche Acts zu machen. Ich habe dann im Dezember einen Anruf bekommen, dass ich nach einem langen und aufwendigen Auswahlprozedere aus 4000 Künstlern ausgewählt wurde und habe eine Einladung erhalten, als einer von 20 Kandidaten an einem Workshop in Köln teilzunehmen. Dort durfte ich mich und meine Musik präsentieren und musste am Ende des Tages noch einmal live performen. Daraus wurde ein 90-sekündiger Ausschnitt ausgewählt, der mich bestmöglichst präsentieren sollte. Dieses Video wurde dann von einer internationalen Jury und einem 100-köpfigen Panel unter Berücksichtigung der anderen Bewerber gerankt. Zwei Wochen später erhielt ich dann den Anruf, dass ich es unter die letzten sechs geschafft habe.

Wie haben Sie sich da gefühlt?

Ich bin ziemlich baff gewesen. Ich habe nicht gedacht, dass es reichen würde. Ich habe nach dem Workshop nach und nach über die Presse und Blogs von den anderen Teilnehmern erfahren und gleich gedacht, dass es für mich schwer wird, weil ich jeden einzelnen der Acts für sehr stark hielt und nach wie vor halte. Deshalb freue ich mich wirklich unheimlich, dass ich ausgewählt wurde. Ich bin gerne dabei und freue mich, die Erfahrung mitzunehmen. Das alles ist für mich eine große Chance. Besonders freut mich, dass der NDR neuen Mut zeigt und künstlerisch Raum für Vielfalt schafft. Dass meine Musik eine so große Bühne bekommt, ist toll.

Sind Sie sehr aufgeregt mit Blick auf Liveauftritt in der ARD?

Ja. Ich versuche, die Aufregung im Zaum zuhalten, aber innerlich merke ich schon, dass das eine bewegende Zeit wird. Ich bin derzeit mit dem Feuerwerk der Turnkunst auf Tour, für das ich hauptberuflich als Komponist arbeite. Das hilft mir sehr, alles, was gerade passiert, nicht allzu arg an mich heran zu lassen, weil ich durch die große Gruppe an Artisten und Musikern in einer Blase bin, die mich abschirmt.

Wie schätzen Sie ihre Chance ein, sich gegen die anderen sechs durchsetzen zu können?

Zunächst muss ich sagen, dass ich das neue Auswahlverfahren durch Jury, Eurovision-Panel und Telefonanrufer sehr gut finde. Ich glaube, dass damit ein toller Act für das ESC-Finale in Lissabon gefunden werden kann. Ich sehe mich unter den sechs Künstlern eher mit Außenseiterchancen, aber das ist gar nicht so tragisch. Ich bin einfach dankbar, dass ich diese Erfahrung mitnehmen kann. Wenn es nicht klappt, geht es für mich zurück in meinen Alltag als Komponist und Produzent, und das ist nicht weniger toll oder aufregend.

Wie weit sind die Vorbereitungen für den Auftritt am 22. Februar?

Den Februar über wird es in Berlin eine intensive Arbeitsphase geben, während der wir an Song, Produktion und Bühneninszenierung arbeiten. Da ich ja hauptberuflich selbst als Songwriter und Produzent arbeite, bin ich während und neben der Tour immer schon in Gedanken bei dem Song und der Inszenierung.

Mit was für einem Song werden sie denn antreten?

Es wird definitiv ein englischer Beitrag. Ich habe zwei mögliche Ideen, an denen ich arbeite. Eine sehr akustische Version und eine Version mit eher sphärischer, orchestraler Stimmung. So oder so wird es eher etwas Ruhiges, Ergreifendes. Mit einem Partyhit kann man bei mir eher nicht rechnen.

 Interview: Nikolas Schulz

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