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„Ich dachte, er stirbt gleich“

Stadthäger Fußballer tritt Gegenspieler gegen den Kopf „Ich dachte, er stirbt gleich“

Bei einem Fußballspiel am Sonntag im Exterdorf ist ein Fußballspieler ausgetickt und hat mehrfach auf einen am Boden liegenden Gegenspieler eingetreten.

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Stadthagen/Exten. Das Spiel wurde unterbrochen, der Angreifer des Platzes verwiesen. Jetzt ermittelt die Polizei Rinteln wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.
Der Spieler Vedat M. (Name von der Redaktion geändert) vom FC Stadthagen soll den Extener Spieler Micha W. (Name von der Redaktion geändert) mehrfach gegen den Kopf getreten haben, als dieser bereits am Boden lag. Der Attacke vorangegangen war ein Zweikampf, etwa 15 Minuten vor Spielende. Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 4:1 für Exten. Die Stadthäger standen bereits nur noch zu zehnt auf dem Platz, nachdem ein Spieler in der 56. Minute die Rote Karte sah.

Mehrfach getreten

Dem Schiedsrichterbericht zufolge, der dieser Zeitung vorliegt, schlug Vedat M. nach dem Zweikampf dem Eintracht-Spieler mit der Hand gegen den Kopf und brachte ihn anschließend mit einem Tritt gegen die Beine zu Boden. Anschließend soll er wiederholt gegen Kopf und Rücken getreten haben, „bestimmt sechs- bis siebenmal“, schreibt der Schiedsrichter in seinem Spielbericht. „Ich persönlich dachte, er stirbt gleich.“

Spiel verlief zunächst fair

Trainer, Ordner, Zuschauer und das Schiedsrichtergespann des anschließenden Spiels seien auf den Platz geeilt und hätten den Schläger von dem am Boden liegenden Opfer getrennt. Das Spiel wurde vom Schiedsrichter unterbrochen, Rettungsdienst und Polizei alarmiert.
Christoph Wolter, Spartenleiter des TSV Eintracht Exten und selbst Spieler der zweiten Mannschaft, sagt unserer Zeitung gegenüber, dass das Spiel bis zu dieser Situation „nicht unfair“ verlaufen sei.

"Ich bin echt geschockt"

Allerdings sei der Spieler schon vor seinem Ausraster dadurch aufgefallen, dass er sich „unnötig aufgeregt“ habe. Ausgetickt sei der dann nach dem Zweikampf mit Micha W. Während er mehrfach auf den Extener eintrat, soll er ihn in einer Sprache beschimpft haben, die Wolter nicht sicher benennen kann. „Mein Mitspieler hielt sich die Hände schützend über den Kopf“, schildert Wolter.
Sowohl die Spieler des TSV als auch die Kicker des FC seien sofort „ganz besonnen“ dazwischen gegangen, die FC-Spieler hätten sich sogleich für den Angriff ihres Mannschaftskameraden entschuldigt.
Micha W. kann es auch einen Tag nach der Attacke noch nicht richtig fassen, dass sein Gegenspieler derart ausgerastet ist: „Ich bin echt geschockt.“

Anders verhielt es sich in der 74. Minute. Nachdem beide Spieler infolge eines Foulspiels von Micha W. an Vedat M. – für das der Schiedsrichter dem FC einen Freistoß gegeben habe – zu Boden gingen, habe der Verteidiger „nur noch aus dem Augenwinkel“ etwas auf sich zukommen sehen und dann die Tritte gespürt.
Im Krankenhaus seien eine Prellung am Arm, ein geschwollenes Ohr und mehrere blaue Flecke festgestellt worden. „Die Ärztin stellte eine leichte Schädelprellung fest“, so Micha W. Der will jetzt Strafanzeige erstatten. „Denn so was geht auf keinen Fall“, sagt er.

Es droht eine Spielsperre bis zu einem Jahr 

„Wo kommen wir denn langsam hin?“, fragt sich Wilhelm Kläfker, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, angesichts dieses Vorfalls, der den Gang vor das Sportgericht zur Folge haben wird. Demnach drohe Vedat M. eine Spielsperre von bis zu einem Jahr, so Kläfker. Unterdessen ermittelt die Polizei Rinteln wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.
Kläfker gibt der Fall zu denken. Bei einer anderen Partie an diesem Wochenende sei ein Schiedsrichter von Spielern angegangen worden sein. „Und das in der C-Jugend!“, betont Kläfker. Spieler dieser Altersgruppe sind gerade mal zwölf bis 14 Jahre alt.

Bei einem weiteren Spiel am selben Wochenende, Rot-Weiß Stadthagen II gegen SVD Auhagen II in der vierten Kreisklasse, hätten die Rot-Weißen nach 40 Minuten einfach den Platz verlassen, weil sie mit dem von Auhagen gestellten Schiedsrichter nicht zufrieden gewesen seien. Angesichts solcher Vorfälle habe Kläfker zunehmend Verständnis dafür, dass sich immer weniger als Schiedsrichter anböten.
Dietmar Meier-Brahm, zweiter Vorsitzender des FC Stadthagen, will sich erst einen Überblick über die Situation verschaffen. „Dann werden wir entsprechend entscheiden, was zu tun ist.“  pk

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