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Ihr Kinderlein, kommet – bitte!

Überschuss an Krippenplätzen Ihr Kinderlein, kommet – bitte!

In Leipzig ist das Angebot zu dünn: Ein Verwaltungsgericht hat dieser Tage dort mehreren Eltern Entschädigungszahlungen zugesprochen, weil diese von der Stadt keine Krippenplätze für ihre Kinder zur Verfügung gestellt bekommen haben. In Schaumburg sieht die Lage ganz anders aus.

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 Krippenkinder im „Spatzennest“: Seit einigen Monaten ist die Vormittagsgruppe der Seggebrucher Einrichtung unterbesetzt.

Quelle: Archiv

Landkreis. Im Landkreis gibt es sogar erkennbar mehr Plätze als genutzt werden.

 Nach Angaben von Kreisdezernentin Katharina Augath wird aktuell in Schaumburg für ziemlich genau die Hälfte aller Kinder im Alter zwischen 15 und 36 Monaten ein Krippenplatz in Anspruch genommen. Für die andere Hälfte – Stand Anfang Februar: 600 Kinder – ist demnach das Betreuungsgeld beantragt worden. Dieses beträgt monatlich 150 Euro und wird allen Eltern gezahlt, die ihr Kleinkind selbst zu Hause betreuen – Stichwort Herdprämie.

 In einigen Schaumburger Kommunen entspricht die Nachfrage in etwa dem Angebot, in einigen sind sogar etliche Krippenplätze frei. So sind in Stadthagen derzeit sogar nur 47 der insgesamt 75 Krippenplätze belegt. Ein Problem scheint das nicht zu sein. Die Zahlen könnten sich schließlich täglich ändern, sagt Sprecherin Bettina Burger.

 In Bückeburg gebe es in diesem Bereich keine Extreme, sagt Fachgebietsleiter Christian Schütte. Weder habe man bisher Eltern abweisen müssen, noch blieben Krippenplätze dauerhaft unbesetzt. Die Ex-Residenzstadt betreut ihre Unter-Dreijährigen in insgesamt sechs Krippengruppen, die sich über fünf Einrichtungen verteilen. Derzeit gebe es keine freien Plätze, sagt Schütte. Voraussichtlich ab 2016 soll es noch zwei weitere Gruppen geben.

 Vier Krippengruppen gibt es in Rinteln. Fünf Plätze sind derzeit noch frei. Sylvia Ferrara vom Amt für Bürgerdienste geht davon aus, dass diese sich im Laufe des Kindergartenjahres füllen werden.

 In der Samtgemeinde Rodenberg gibt es derzeit zwar eine gute Auslastung der Krippen, doch Engpässe, die zu Klagen führen könnten, erwartet Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla nicht. Die habe es bislang auch nie gegeben. Eltern bemängelten hin und wieder eher fehlende Angebote in anderen Bereichen, doch alle individuellen Wünsche seien nicht zu erfüllen.

 Bad Nenndorfs Amtsleiter im Bereich Bildung und Soziales, André Lutz, erwartet ebenfalls nicht, dass in den nächsten Jahren Eltern wegen nicht erfüllter Krippenplatzansprüche den Klageweg beschreiten. Zumal erst im Januar die neue Krippengruppe an der Schillerstraße an den Start gegangen sei. Zudem gebe es noch die nicht kommunal betriebene Tagespflege „Kleeblättchen“.

 Gute Zahlen registriert auch die Beckedorfer Kindertagesstätte „Mondschaukel“ in der Samtgemeinde Lindhorst. Die dortige Krippe war vergangenes Jahr um fünf Plätze auf 15 Plätze aufgestockt worden. Wie Leiterin Ulrike Meyer berichtet, seien demnächst 14 davon besetzt und bis zum Sommer sogar alle. „Aber es wachsen dann auch wieder Kinder heraus.“ Die Krippenkinder kommen auch aus umliegenden Gemeinden. Meyer denkt, die gute Belegung liege unter anderem am Ganztagsbetrieb der Krippe und daran, dass die Nachbargemeinde Lindhorst bisher kein Angebot vorhalte.

 Probleme, ihre Krippe vollzubekommen, hat seit mehreren Monaten die Gemeinde Seggebruch. Die Ganztagsgruppe „Spatzennest“ ist zwar mit zehn Kindern noch gut gefüllt, die Vormittagsgruppe hingegen ist mit fünf Jungen und Mädchen nur zu einem Drittel besetzt, schildert Gemeindedirektor Ditmar Köritz. Auch die Verlängerung der Betreuungszeit um eine Stunde habe daran bisher nichts geändert. Für die Zukunft müsse sich die Gemeinde etwas einfallen lassen, sagt der Seggebrucher Gemeindedirektor. ssr, jcp, kil

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