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Aus dem Landkreis Illegale Waffen straffrei abgeben
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Illegale Waffen straffrei abgeben
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08:00 29.07.2017
Symbolbild Quelle: DPA
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LANDKREIS

Seit Beginn der Amnestie vor drei Wochen ist bislang zwar weder beim Kreisordnungsamt noch bei den hiesigen Polizeidienststellen eine Waffe aus illegalem Besitz abgeliefert worden, wie Schmeelk und Polizeisprecher Axel Bergmann übereinstimmend berichten. Das dürfte sich aber noch ändern, nimmt man die letzte Amnestiefrist 2009 als Maßstab: Damals waren nach Angaben von Schmeelk binnen eines Jahres kreisweit rund 450 Waffen aus illegalem Besitz abgegeben worden.

Wie viele illegale Waffen und Munition bis zum 1. Juli nächsten Jahres in Schaumburg abgeliefert werden, darüber wagen die Experten keine Prognose. „Das wäre ein Blick in die Glaskugel“, sagt Schmeelk. Bergmann geht aber davon aus, „dass der ein oder andere Betroffene sich aufgerüttelt fühlt und die Waffe abgeben wird“. Kreispressesprecher Klaus Heimann ergänzt: „Man kann davon ausgehen, dass sich noch etliche illegale Waffen im Umlauf befinden.“ Bergmann fügt hinzu: „Ich glaube schon, dass es noch viele unregistrierte Waffen in Schaumburg gibt und es wäre gut, wenn viele davon auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen würden.“ Heimann appelliert: „Betroffene sollten die Chance nutzen, die Waffe straffrei abzugeben. Denn von dieser kann potenziell Gefahr ausgehen.“ Nach Auskunft von Schmeelk kann der Besitz einer illegalen Waffe nach Ablauf der Amnestiefrist wieder mit einer Geldstrafe oder sogar mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden.

 Waffen lieber abholen lassen

Abgeben können Betroffene Waffen und Munition bei der Waffenbehörde des Landkreises (Ansprechpartner: Florian Schmeelk, Telefon 05721/703-153, Email: waffenwesen.32@landkreis-schaumburg.de) oder bei jeder Polizeidienststelle.

Allerdings raten die Experten dringend dazu, die Waffen besser nicht selber zu den genannten Stellen zu bringen, sondern sie von deren Fachleuten nach telefonischer Vereinbarung von zu Hause abholen zu lassen. „Es ist besser, wenn Laien mit Waffen, die eventuell scharf und geladen sind, nicht durch den Landkreis fahren“, erklärt Schmeelk. „Es gefällt uns auch nicht, wenn Menschen mit Waffen in unsere Dienstellen kommen“, ergänzt Bergmann.

Die in Schaumburg eingesammelten Waffen werden nach Darstellung von Schmeelk von einer Spezialfirma am Gelände des Truppenübungsplatzes Munster in der Lüneburger Heide vernichtet.

Heimann weist zusätzlich darauf hin, dass mit der Änderung des Waffengesetzes auch eine Verschärfung der Aufbewahrungsvorschriften legaler Waffen einhergeht. Damit solle die Lagerung von Waffen sicherer werden sowie weniger abhanden kommen. Heimann dazu: „Wer als Besitzer einer legalen Waffe die neuen Bedingungen nicht erfüllen kann, sollte darüber nachdenken, ob er die Waffe nicht abgeben sollte.“ ssr

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