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Im Notfall nach Stadthagen

Verteilung der Fachabteilungen des Gesamtklinikums Im Notfall nach Stadthagen

Bei spiegelglatten Straßen und Gehwegen häuft sich die Zahl der Knochenbrüche. Betroffene können sich seit einigen Monaten nicht mehr aussuchen, in welchem Krankenhaus in Schaumburg sie behandelt werden.

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Egal wo der Unfall passiert: Beinbrüche werden im Krankenhaus in Stadthagen behandelt. 

Quelle: dpa

Landkreis (ber). Bereits vor dem Ende 2016 geplanten Zusammenschluss der Krankenhäuser Stadthagen, Rinteln und Bückeburg zum Gesamtklinikum Schaumburg in Vehlen wurden die Fachabteilungen der einzelnen Häuser an einem Standort zusammengeführt.
Nach Angaben von Dr. Achim Rogge, Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg, soll sich dadurch zum einen die medizinische Qualität erhöhen und zum anderen die Teambildung bereits im Vorfeld gefördert werden.
Schwerpunkt für Unfallchirurgie ist das Stadthäger Krankenhaus, das im September von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Zulassung für das sogenannte Verletzungsartenverfahren erhalten hatte.
Jeder in Schaumburg verunfallte Patient wird seitdem primär in Stadthagen versorgt, vor allem bei Rutschunfällen mit Gelenkbrüchen, starken Quetschungen, Schlüsselbeinbrüchen und Kreuzbandkombinationsverletzungen.
Das heißt: Wer sich in Bückeburg das Bein bricht, kommt nicht ins dortige Klinikum Bethel, sondern wird mit dem Rettungswagen nach Stadthagen transportiert.
Bei internistischen Notfällen wie einem Herzinfarkt werden die Patienten dagegen entweder nach Bückeburg oder Stadthagen gebracht. Das Gleiche gilt für Verletzungen oder akute Erkrankungen des Bauchraumes. Bei Verletzungen an der Hand ist ausschließlich das Krankenhaus Bethel zuständig.
In Rinteln gibt es dagegen gar keine Notfallambulanz mehr. Die Rettungsdienste sind angewiesen, alle dortigen Notfälle entweder nach Stadthagen oder Bückeburg zu bringen.
Aus Sicht der Sprecherin des Gesamtklinikums ist die Umstellung unproblematisch. „Wir haben im Juli die Rettungsdienste informiert und es hat bisher reibungslos funktioniert“, erklärt Nina Bernard. „Das Wichtigste ist ohnehin die Erstversorgung vor Ort. In der Zwischenzeit wird im zuständigen Krankenhaus die Behandlung des Notfallpatienten vorbereitet.“
Auch DRK-Geschäftsführer Bernd Gerberding hat bisher „keine nennenswerten Probleme“ mitbekommen. Er teilt Bernards Einschätzung über die Wichtigkeit der Erstversorgung durch den Rettungsdienst.
Dass eine Notfallaufnahme wegen Überfüllung geschlossen ist, kommt nach der Erfahrung von Gerberding „wenn überhaupt bei Extremwetterlagen oder Großschadensereignissen wie Busunglücken vor“. Dabei sei es jedoch normal, die Vielzahl an Patienten auf unterschiedliche Krankenhäuser zu verteilen. „Oft ist es besser, einen Patienten 20 Minuten in eine benachbarte Klinik zu fahren, als dass er in einem überfüllten Haus drei Stunden auf seine Behandlung warten muss“, erklärt der DRK-Chef, der als Ausweichmöglichkeiten für Schaumburg die Krankenhäuser in Minden und Gehrden nennt. Gerade bei einem Busunglück mit 40 Verletzten sei es wichtig, das Chaos vor Ort nicht mit in das Krankenhaus zu verlagern.

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