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Immer ein offenes Ohr für Flüchtlinge

Aus dem Landkreis / Flüchtlinge Immer ein offenes Ohr für Flüchtlinge

„Wenn Flüchtlinge mir von ihren Erlebnissen erzählen, von der Folter, die sie überlebten, bedrückt mich das schon sehr.“

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Susanne Schulz setzt sich seit mehr als 20 Jahren für die Belange der Flüchtlinge ein.

Quelle: mak

Landkreis. Susanne Schulz (57) aus Hannover-Linden ist seit Anfang 2013 Flüchtlingssozialarbeiterin bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schaumburg. In ihrem Beruf halten sich Leid und Glücksmomente die Waage. Für Flüchtlinge setzt sich Schulz aber schon viel länger – seit 1992 – ein.

Bereits während ihres Studiums der Sozialwissenschaften arbeitete die Hannoveranerin ehrenamtlich mit und für Migranten. „Danach leitete ich drei Jahre hauptberuflich ein Jugendzentrum.“ Im Anschluss an diese Zeit wollte sie sich einem neuen Projekt widmen, bewarb sich parallel aber auch bei der Awo in Schaumburg. „Beim Vorstellungsgespräch überzeugte mich das Konzept der Flüchtlingshäuser und so trat ich eine zunächst befristete Stelle an“, erinnert sich die Beraterin.

Ihre Motivation, sich für Flüchtlinge einzusetzen, kam durch ihren Vater. „Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch er ein Flüchtling und musste alles hinter sich lassen“. Seine Geschichte war oft Thema in ihrem Elternhaus.

In den Flüchtlingshäusern engagierte sich Schulz bereits zu Beginn für zahlreiche Menschen: In den neunziger Jahren gab es nach Angaben der Awo-Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske doppelt so viele Flüchtlinge wie heute.

„Innerhalb von zehn Jahren sank die Zahl merklich, sodass die Heime nach und nach wieder geschlossen wurden“, berichtet Schulz. Das ging so weit, dass der Begriff Flüchtlingssozialarbeiter ein paar Jahre sogar gänzlich von der Bildfläche verschwand.

Mittlerweile entwickelt sich die Zahl stetig nach oben, wie Hanauske bestätigt. „Der Fluchtdruck ist aktuell sehr groß aufgrund der vielen Krisenherde.“ Was die Flüchtlinge von Arbeitsmigranten unterscheidet, ist, dass sie keine Wahl und keine Rückkehroption haben. Schulz sagt: „Ich finde es sinnvoll und richtig, diesen Menschen zu helfen und ihnen die Sicherheit und den Schutz zu geben, nach dem sie sich sehnen.“

Seit Anfang 2013 arbeitet die erfahrene Beraterin in der dezentralen Flüchtlingsberatung. Mit zwei Kollegen sorgt sie sich um die Erstorientierung und Betreuung der Flüchtlinge. Ein Jahr lang kümmerte sich Schulz dabei alleine um die Belange der Menschen, die die Awo aufsuchten. Das Arbeitsfeld ist sehr vielseitig: „Ich helfe ihnen bei der Wohnungssuche, erkläre ihnen, was ein Mietvertrag ist, begleite die Familien zum Kinderarzt – ich bin also viel unterwegs.“ Seit 2014 greifen Schulz dabei die Flüchtlingsberater Natia Lang und Mehmet Ruzgar unter die Arme.

Sich regelmäßig um sich selbst kümmern und zu jedem Fall eine professionelle Distanz wahren – das sind zwei bedeutsame Spielregeln für die Flüchtlingsberaterin. Nach der Arbeit auf andere Gedanken zu kommen, fällt ihr nicht schwer, erzählt Schulz. „Ich fahre relativ lange nach Hause und drehe dabei das Radio auf, das hilft mir, abzuschalten.“ Und wenn sich die Gelegenheit bietet, entspannt die 57-Jährige auf ihrem Motorrad. „Einfach den Rucksack hinten drauf und los“ – denn das sind die schönsten Momente der Entspannung für sie, die ihr Kraft für den Alltag geben. mak

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