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Immer mehr Waschbären und Marderhunde

Allesfresser fühlen sich wohl Immer mehr Waschbären und Marderhunde

Waschbären breiten sich in Schaumburg immer stärker aus. Trotz Rekordabschussquoten stehen Jäger und Naturschutzverbände vor großen Problemen. Die Tiere sind bei einigen nicht eben gern gesehene Gäste. Im Kreis wurden in den vergangenen Monaten 300 Tiere erlegt.

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Der Waschbär hat sich im Landkreis in den vergangenen Jahren trotz Rekordabschussquoten stark vermehrt.

Quelle: dpa

Landkreis. „Nur mit Abschüssen werden wir der Sache nicht Herr werden können“, sagt Bernhard Michel, Leiter der Muffelwildhegegemeinschaft. Dabei konnte gerade dieses Jahr ein Rekordwert verzeichnet werden: Innerhalb der vergangenen Monate wurden in Niedersachsen mehr als 10 000 Waschbären geschossen. Im Landkreis Schaumburg wurden 300 Tiere erlegt.

Vögel sind die Leidtragenden

Der Waschbär, ein nachtaktives Tier, das Menschen selten zu Gesicht bekommen, bringt mit zunehmender Präsenz das Gleichgewicht ins Wanken: „Besonders die Vögel sind die Leidtragenden“, erklärt Michel. „Die Waschbären räumen ihre Nester aus.“ Ein möglicher Lösungsansatz skizziert seiner Meinung nach das Aufstellen von Fallen.Den Tieren komme auch ihre Dreistigkeit zu Gute, sagt Kreisjägermeister Michael Schaer. „Waschbären sind einfach frech, haben keinerlei Angst. Selbst Füchse trauen sich an gesunde Tiere nicht heran, attackieren höchstens kranke oder schwache.“

Die Entwicklung an erlegten Tieren spricht Bände. Schaer: „2000 lag die Waschbärenstrecke in gesamt Niedersachsen bei unter 1000. Diesmal waren es mehr als 10 000 Tiere.“Die Bejagung der aufsässigen Bären werde auch in Niedersachsen bereits scharf gemacht, so Schaer. Die Fangquote sei bei dieser Gattung vergleichsweise hoch, betrage 20 bis 35 Prozent. Dabei erweise sich die Dreistigkeit als Nachteil. Schaer erklärt: „Sie lassen sich etwa mit Früchten sehr gut anlocken. Fallen bedeuten die effektivste Form der Bejagung.“

Fallen müssen täglich kontrolliert werden

Allerdings sei auch der Aufwand hoch: „Da benötigt man einen Sachkundenachweis, muss einen Lehrgang absolvieren. Und die Fallen müssen auch zweimal täglich kontrolliert werden.“Im Schatten des stark verbreiteten Waschbären hat sich ein anderes Tier im Landkreis ebenfalls gut eingelebt. Hermann Platte, 1. Vorsitzender der Jägerschaft Schaumburg, sagt: „Der Marderhund verbreitet sich in Schaumburg immer mehr.“ Die aus dem Fernen Osten stammenden Tiere sind genau wie Waschbären Allesfresser. Sie ernähren sich etwa von Insekten und Kleinsäugern, aber auch von Reis.

Der Marderhund, auch Enok genannt, ähnelt von seinem Äußeren einer Mischform aus Mardern und Hunden oder eher Kleinbären und Hunden. Doch im Vergleich zum Waschbären ist der Marderhund vorsichtiger, seltener tappt er in die von den Jägern aufgestellten Fallen. „Wir haben beim Marderhund nur eine sehr geringe Fangquote. Sie beträgt lediglich rund zehn Prozent“, erläutert Schaer.

Bestand hat sich verzehnfacht

In der Jagdsaison 1984/1985 sei der erste Marderhund im Landkreis erlegt worden. Seitdem sei er den Jägern des Öfteren vor die Flinte gekommen, etwa bei der Drückjagd. Der Steigerung der Population haben diese Maßnahmen freilich recht wenig anhaben können. Seit Mitte der achtziger Jahre habe sich dessen Bestand verzehnfacht, in den vergangenen fünf Jahren so- gar verdreifacht, erläutert der Kreisjägermeister.  ano

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