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Immer öfter reicht die Rente nicht

Landkreis / Mehr Sozialhilfefälle Immer öfter reicht die Rente nicht

Immer mehr ältere Menschen in Schaumburg sind auf Hilfe vom Staat angewiesen. Ende 2012 bekamen 1471 Personen Grundsicherung im Alter. Das waren 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte. Dieser Zuwachs liege voll im Bundestrend.

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Quelle: dpa

Landkreis. Die Zahl der Empfänger hat damit seit Einführung der Grundsicherung im Jahre 2003 einen Höchststand erreicht. Vor fünf Jahren hatten 1142 Senioren Anspruch auf Grundsicherung im Alter, im Jahr 2008 waren es immerhin schon 1165, im Jahr 2009 dann 1205 und ein Jahr später bereits 1265 ältere Menschen.
Die Steigerung lässt sich auch in der Summe der zur Verfügung gestellten Geldzahlungen ausdrücken. Wurden im Jahr 2009 kreisweit noch 6,11 Millionen Euro als Grundsicherung im Alter ausgeschüttet, waren es im Jahr 2012 bereits 7,81 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um 27,6 Prozent binnen drei Jahren.
„Die Zahlen sind seit zehn Jahren ständig gestiegen – und das zeigt, wohin der Weg geht: Dieser Trend wird mittelfristig noch andauern“, sagte Klaus Heimann, Sozialdezernent des Landkreises. Bei immer mehr Senioren reiche die Rente einfach nicht mehr aus. Gründe seien Unterbrechungen des Erwerbslebens oder „schlichtweg zu geringe Einkommen“. Ein erheblicher Anteil der Betroffenen seien Frauen, führte Heimann aus. Denn viele von ihnen hätten ihre Berufstätigkeit aus familiären Gründen längere Zeit unterbrochen. Deshalb hätten sie keine ausreichende Rente aufbauen können. Die hohe Arbeitslosigkeit vor allem in der Zeit von 1995 bis 2010 werde dafür sorgen, dass in den kommenden Jahren noch viele weitere werdende Rentner in die Grundsicherung einrücken, berichtete Heimann.
Die neuen Daten alarmieren Gewerkschafter. Die IG Metall warnte vor einem „sozialpolitischen Skandal“. Die Zahlen zur Grundsicherung im Alter seien ein Alarmsignal, das die Politik nicht länger ignorieren dürfe. Der DGB warnte zudem vor versteckter Armut: Weil viele Ältere keine Grundsicherung beantragten, müsse von deutlich mehr armen Rentnern ausgegangen werden.  ssr, dpa

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