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Aus dem Landkreis Immer weniger erhalten „Hartz IV“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Immer weniger erhalten „Hartz IV“
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06:16 26.10.2012
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Landkreis (ssr). Waren im Februar 2007 kreisweit noch 15 362 Personen auf Zahlungen aus dem „Hartz IV“-Topf angewiesen, wurden im September 2012 „nur noch“ 11 942 Erwerbslose im hiesigen Job-Center registriert (siehe Grafik) – ein Rückgang um 23 Prozent binnen fünf Jahren.

Die Ursache für diesen deutlichen Rückgang ist neben dem demografischen Wandel nach den Worten des Ersten Kreisrats Klaus Heimann „die seit vielen Jahren konstant zurückgehende Arbeitslosigkeit“. Der hiesige Arbeitsmarkt habe sich „spürbar beruhigt“, so der für das Job-Center zuständige Dezernent. Die aktuelle Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent sei zwar „immer noch zu hoch“, aber im Vergleich zu jener von 14,1 Prozent im Februar 2005 drastisch geringer.

Die Zahl der sozialversicherumgspflichtig Beschäftigten sei kreisweit in den vergangenen sieben Jahren um rund 1000 Personen gestiegen, berichtete Landrat Jörg Farr. Allein in den vergangenen zwölf Monaten habe das Plus 2,8 Prozent betragen. „In Nachbarlandkreisen ringsum steht aktuell bei dieser Ziffer ein Minus davor“, freute sich der Landrat „über unseren positiv gegenläufigen Trend“.

Dieser werde nach aktuellem Kenntnisstand anhalten, ergänzte Farr. Er höre von vielen Firmen im Schaumburger Land, diese planten für das kommende Jahr Einstellungen. Dies gelte insbesondere für Ansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben in den Gewerbegebieten Rinteln-Süd und Lauenau.
Die ihm aus Chefetagen von Firmen signalisierte Zahl geplanter Einstellungen belaufe sich alleine für diese Bereiche auf rund 270 Stellen, ließ Farr wissen. Doch auch etliche kleinere Unternehmen an anderen Stellen ließen Ähnliches verlauten.

Ziel sei es, „im kommenden Jahr bei der Arbeitslosenquote unter die 6,0 Prozent zu kommen“, tat Heimann, der für Beschäftigungsförderung zuständige Kreisdezernent, kund.

Bei deutlich weniger Kunden könne sich das Job-Center um die erwerbsfähigen „Hartz IV“-Empfänger umso intensiver kümmern, berichtete Harald Niemann, Bereichsleiter Markt und Integration am Job-Center Schaumburg. So gebe es spezielle Berater für Personen über 50 Jahre, für Alleinerziehende, für junge Leute und für Behinderte. „Es sind gezieltere Einzelbetreuungen möglich“, sagte Niemann.

Freilich seien die Personen, die jetzt noch „Hartz IV“ bekommen, überwiegend nicht leicht zu vermitteln, räumte Heimann ein. An dieser Stelle hielten Job-Center und Kreisverwaltung ein breites Bündel an Qualifizierungs-, Integrations- und Beschäftigungsmaßnahmen „aus einem Guß“ bereit, betonte er.

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