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Imtech-Pleite ist Grund für Verzögerung

Klinik-Neubau in Schaumburg Imtech-Pleite ist Grund für Verzögerung

Die Pleite des Gebäudetechnik-Unternehmens Imtech vor gut einem Jahr ist der Grund für die Verzögerung des Schaumburger Klinik-Neubaus.

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Wegen des Imtech-Endes zieht sich der Klinik-Neubau ins nächste Jahr.

Quelle: dpa

LANDKREIS. Das hat die Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft (KPG) gestern bei einem Pressetermin mitgeteilt. Wie berichtet, soll der Umzug aus den drei bisherigen Krankenhäusern in den Neubau in Vehlen nicht wie bislang geplant zum Jahreswechsel, sondern erst Anfang April 2017 erfolgen.

Imtech hätte nach den Worten von Projektmanager Helmut Kraaz die Verdrahtung sämtlicher Geräte vornehmen sollen – ein Auftrag mit einem Volumen von 3,8 Millionen Euro. Davon seien erst 800000 Euro verbaut gewesen, als die Firma im August 2015 in Konkurs gegangen ist. Danach habe im Sektor Gebäudetechnik auf der Baustelle laut Kraaz gut zwei Monate „Stillstand geherrscht“, mit entsprechenden Folgewirkungen für andere Gewerke. Glücklicherweise sei Imtech von der Firma ROM Technik übernommen worden, die nahtlos in den Klinikum-Auftrag eingestiegen sei. Die Gebäudetechnik-Arbeiten seien daher Anfang November 2015 weitergegangen. Andernfalls hätte der Auftrag zeitaufwendig neu ausgeschrieben werden müssen. „Es war eine kritische Situation“, beschrieb das der Technische Leiter des Klinikums, Dirk Hahne.

„Eine Aufsummierung von Effekten“

Wie KPG-Geschäftsführer Achim Rogge erläuterte, hätten mit ROM Technik sowie mit Firmen anderer Gewerke neue Zeitpläne vereinbart werden müssen. Daraus habe „eine Aufsummierung von Effekten“ resultiert, die den Hintergrund für die Verschiebung darstelle. Man habe damals die Hoffnung gehabt, die eingetretene Verzögerung von drei Monaten noch aufzuholen, doch das sei nicht gelungen. „Wir sind aber heilfroh, dass es nur drei Monate sind, unsere Architekten hatten damals signalisiert, das könnte uns auch ein Jahr kosten“, fügte Rogge hinzu.

Auf die Frage, warum die KPG-Geschäftsführung nicht direkt nach der Imtech-Pleite vor gut einem Jahr an die Öffentlichkeit gegangen ist, sondern diese erst vergangene Woche über die daraus resultierende Verzögerung beim Klinik-Neubau informiert hat, reagierten Rogge und Kraaz so: Eine öffentliche Darlegung des Problems hätte Firmen anderer Gewerke damals veranlassen können, sich zeitlich hängen zu lassen oder mehr Geld zu verlangen. Außerdem habe man lange Zeit nicht gewusst, welche Verzögerung am Ende eintreten wird. Daher habe man vor allem die Mitarbeiter nicht verunsichern wollen. Erst kürzlich sei klar gewesen, dass man definitiv drei Monate länger benötigen wird, daraufhin sei man an die Öffentlichkeit gegangen.

"Immer noch in einer erfolgreichen Zeitspanne"

Kraaz betonte, die durch den Wegfall von Imtech und dessen Folgen entstandenen Mehrkosten seien an anderen Stellen wieder aufgefangen worden. Das Budget von 130 Millionen Euro werde also eingehalten. Trotz der Verzögerung werde die Bauzeit kürzer als drei Jahre sein. „Alle vergleichbaren Klinik-Neubauten in Deutschland benötigen aber mindestens 36 Monate“, hob Kraaz hervor. „Wir sind also immer noch in einer erfolgreichen Zeitspanne“, fügte Rogge hinzu. Für den Umzug selber stelle die zeitliche Verschiebung „überhaupt nichts in Frage“ , unterstrich er.

Der Betriebsübergang zum Agaplesion-Konzern sei unabhängig vom Baufortschritt zum Jahreswechsel vorgesehen, sagte Rogge. Die Details würden derzeit von den jetzigen Gesellschaftern ausgehandelt. Dazu zähle auch die Frage, wer die für das erste Quartal 2017 zu erwartenden Defizite der Krankenhäuser in Stadthagen und Rinteln übernimmt. ssr

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