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Aus dem Landkreis In der Welt der Zwerge
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis In der Welt der Zwerge
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00:18 18.09.2016
Quelle: pr.
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Vielleicht waren sie des erfolglosen Werbens müde und haben sich deshalb darauf verlegt, Frauen zu rauben. Das zumindest sagt man ihnen nach. Der Entführten war immerhin ein schönes Fest beschieden, denn feiern konnten Zwerge gut, und Hochzeiten standen besonders hoch im Kurs. Mit reichlich Speisen, viel Bier und noch mehr Hunger und Durst. So wie man die rauen Gesellen aus Tolkiens „Hobbit“ kennt: Im gleichnamigen Film suchen 13 ungehobelte Zwerge Bodo Beutlin im Auenland heim, um ihm in einem einzigen dekadenten Gelage seine Speisekammer leer zu fressen. Anschließend soll er ihnen helfen, das Zwergenreich vom Drachen Smaug zu befreien.

Interessant ist, dass es in der Vergangenheit wohl zwei Sorten von Zwergen gegeben hat: Diejenigen, die in Heldensagen wie dem Nibelungenlied oder der Laurin-Sage (der sagenhafte Zwergenkönig des Rosengartens aus dem gleichnamigen mittelalterlichen Heldenepos) auftauchen und aus Fleisch und Blut bestehen, und dann die anderen, geisterhaften Wesen, zu denen die Kobolde und Unterirdischen zählen. Zu den magischen Fähigkeiten von Zwergen gehört zum Beispiel die Fähigkeit, sich (mithilfe einer Tarnkappe) unsichtbar zu machen und ein übermenschlich langes Leben.

Grob kann man sich merken, dass die Zwerge des mittleren und südlichen Deutschlands ein körperhafteres Wesen besessen haben sollen und sich mehr der Heldensage annäherten, während in der Sage des norddeutschen Tieflandes die geisterhafte Zwergennatur überwiegt. Auch im Weserbergland gibt es jede Menge Sagen, in denen Zwerge eine Rolle spielen. Zum Beispiel die, in der die Zwerge im Lüningsberg bei Aerzen mit Kugeln und Kegeln aus purem Gold spielten. Auf dem Stemmer Berg sollen sie sich beispielsweise herumgetrieben haben, in Fried-richswald, in Großenwieden und auf vielen Hochzeiten in der ganzen Region. Und auch die Wichtelfrau „Tienke Meume“ auf der Paschenburg war eine Zwergin.

Für Ethnologen sei es eine feststehende Tatsache, dass in Mitteleuropa in vorgeschichtlicher Zeit Zwerge gewohnt haben, heißt es bereits 1908 in der Zweitauflage der „Deutschen Mythologie“ von Paul Herrmann. Bedrängt von den Größeren, suchten sie sich demnach Schlupfwinkel in schwer zugänglichen Gebieten und wirkten im Stillen. Diejenigen, die sich nicht retten konnten, wurden getötet oder unterjocht und mit der Zeit fleißige, treu ergebene Diener, heißt es. Die anderen kämpften mit allen Mitteln und wurden wegen ihrer listigen Kriegsführung mit all ihren Gräueln, zu denen auch der Frauenraub gehörte, mit einer Mischung aus Furcht und Abscheu betrachtet.

Auch wenn sie ab und zu tanzen, feiern und fröhlich sein können, sind die Zwerge in erster Linie ein leidendes Völkchen. Ihr Wehklagen über den Verlust des eigenen Landes, das Vordringen fremder Kultur und Religion und die Schlechtigkeit des Menschen ist ein stetes.

Wer die Zwerge verstehen will, muss ihr Verhältnis zu den Menschen verstehen. Die aus der Unterdrückung erwachsenen Lebensbedingungen prägen ihre wesentlichsten Charakterzüge und treten bildhaft in Sagen zutage. Magischer wird es, wenn die Gestalten mit den Seelen- und Naturgeistern des Nordens verschmelzen. Wenn die Zwerge zu Nebelwesen werden, die aus Wolken feste Ballen formen und sie wieder zerblasen.

Wenn sie Hagel und Lawinen senden oder über Regen gebieten können. So wie Gibich, König der Zwerge im Harz und Herrscher über ein unterirdisches Reich, das nicht minder reich ausgestattet gewesen sein soll als das Laurins, in dessen Garten die Rosen mit güldenen Borten, Gold und Edelsteinen behängt sind. Bei Gibich blitzen die Wände von Stufenerz, die Decke ist von einem Stück Schwertspat, weiß wie Schnee. Nach Gibich soll die Burg Gibichen-stein bei Halle und Hübichenstein im Harz benannt worden sein.

Überhaupt: der Reichtum der Zwerge. Kein Märchen, in dem Zwerge vorkommen, kommt ohne die kostbaren Edelsteine, Gold und Silber aus, die die fleißigen Gesellen in Höhlen tief im Berginneren abbauen. Bei Schneewittchen tun sie das, ganz gegen ihre Gewohnheit, sogar am Tag. Denn eigentlich, so heißt es, seien sie besonders des Nachts tätig, sie sterben, wenn die Sonne sie bestrahlt, und werden zu Stein verwandelt, heißt es in der Mythologie.

Weniger mythologisch, aber nicht minder interessant ist die These, dass es sich bei den sagen- und mythenbildenden Zwergen um historisch verbürgte kleine Bergleute gehandelt habe. Manche Stollen in den Alpen, so wird geschätzt, konnten nur von Menschen genutzt werden, die nicht größer als 1,50 Meter waren. Auch die in Sagen und Mythen beschriebene Zwergenkleidung spricht dafür: Sie gleiche oft der der Bergleute: eine weiße Hauptkappe am Hemd, ein Leder hinten, dazu Laterne, Schlägel und Hammer.

Die mit Erzen und Gestein beladenen Rucksäcke der kleinen Bergleute wetzten und polierten die Firste, sagen Wissenschaftler, die die mittelalterlichen Gruben untersucht haben. Bei den zwergenhaften Bergleuten und Schmieden der Bronzezeit im Alpenraum soll es sich um zugewanderte oder sogar von den Fürsten abgeworbene Südosteuropäer gehandelt haben. Vermutet wird, dass sie aus Gegenden kamen, in denen sich in der mittleren Bronzezeit ein reger Bergbau entwickelt hatte.

Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass die seltsamen kleinen Menschen aus dem Südosten auf die größeren Einheimischen befremdlich gewirkt haben müssen. Also blieb man unter sich – die Einheimischen bei ihrer Landwirtschaft und die Fremdlinge, die zum Teil in ihren Stollen lebten, beim Bergbau und dem damit eng verbundenen Schmiedehandwerk.

Auch die oft erwähnte Verschwiegenheit der Zwerge findet in diesem Zusammenhang eine Erklärung: Die Suche nach neuen Erzlagerstätten war eine gefährliche Sache. Die Metallkundigen arbeiteten wie Freibeuter und oft im Verborgenen (hat womöglich hier die Tarnkappe ihren Ursprung?). Denn was mit ungehobenen Bodenschätzen passieren sollte, bestimmte der König. Vergehen wurden oft mit dem Tode bestraft. doro

Vorsicht ist auch heute auf der A2 Dortmund geboten: in Richtung Hannover befindet sich  zwischen Hannover-Herrenhausen und Hannover-Nordhafen eine ungesicherte Unfallstelle. Eine weitere ungesicherte Unfallstelle befindet sich in Höhe Hannover-Langenhagen.

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