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In zehn Jahren 1000 Mitglieder verloren

Landkreis / Parteien In zehn Jahren 1000 Mitglieder verloren

Insgesamt rund 1000 Mitglieder haben die Parteien in Schaumburg während des vergangenen Jahrzehnts verloren. Das entspricht einem Aderlass von etwa 22 Prozent. Einzig die Grünen haben kräftig zugelegt, durch Gründung hinzugekommen sind die Linken. Allerdings: Seit Jahresbeginn konnte die SPD ihre Mitgliederzahl steigern, die CDU zumindest stabilisieren.

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Nachwuchs und noch mal Nachwuchs brauchen die Parteien. © pr.

Landkreis (ssr). SPD: Um knapp 800 Mitglieder ist die Kartei der SPD seit dem Jahr 2000 ärmer geworden (ein Minus von satten 27 Prozent). Den Hauptgrund dafür spiegelt eine aktuelle Messgröße wider: 92 Prozent der Schaumburger SPD-Mitglieder zählen mehr als 40 Lenze, noch entscheidender: 53 Prozent sind älter als 60 Jahre. „Den Mitgliederberg aus der Willy Brandt-Ära sind wir seit einiger Zeit dabei, aus Altersgründen zu verlieren“, umreißt das Unterbezirkschef Karsten Becker.

Dass im selben Zeitraum bei weitem nicht so viele neue Mitglieder hinzugewonnen werden konnten, liegt nach Beckers Einschätzung „am allgemein geringer gewordenen politischen Interesse in der Bevölkerung und an der schwächeren Bindungskraft im Grunde aller Großorganisationen“. Dazu sei in den Jahren nach 2003 ein Austrittsschub als Folge „der Hartz IV-Politik“ gekommen, räumt der Sozialdemokrat ein.

Becker verweist allerdings auf einen Zuwachs von 21 Mitgliedern seit Jahresbeginn. Allein im Zeitraum von März bis Juni habe es 25 Neueintritte gegeben. „Das ist erfreulich, wir hoffen auf den Beginn einer Trendwende“, fügt er optimistisch an. Dass die SPD in Schaumburg „in großer Breite vor Ort intensiv sachorientierte Debatten um konkrete Probleme führt“, trage wohl zu dem Zuspruch bei, kommentiert Becker.

CDU: Die hiesige CDU musste seit 2000 einen Aderlass von 263 Mitgliedern hinnehmen (ein Minus von etwa 16 Prozent). „Das ist schlicht eine Folge der demografischen Entwicklung“, analysiert Kreisparteichef Klaus-Dieter Drewes. Nicht nur Todesfälle zählten dazu, auch „der Beginn einer Pflegebedürftigkeit sei oft Anlass für den Parteiaustritt. „Eine nennenswerte Austrittswelle haben wir nicht gehabt“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende. Lediglich in wenigen Fällen hätten Mitglieder ihr Parteibuch zurückgegeben, weil ihnen einzelne Entscheidungen der Bundes- oder Landespolitik nicht gefallen haben.

Allerdings sei der Abwärtstrend in den vergangenen zwei, drei Jahren „signifikant abgebremst worden“, wie Drewes schildert. Dazu passe, dass die Mitgliederzahl seit Anfang des Jahres exakt stabil geblieben ist. Seit Januar habe es 25 Neueintritte gegeben. „Viele von denen sind durch die anstehende Kommunalwahl motiviert worden, sie wollen Politik vor Ort mitgestalten und sehen darin die Chance, konkrete Wirkungen zu erzielen.“

Grüne: Einen regelrechten Boom verzeichnen die Schaumburger Grünen. Der Zuwachs um 34 Mitglieder seit 2000 (das entspricht 42 Prozent) resultiert fast alleine aus einem Plus seit vergangenem Herbst. „Das stellt uns natürlich sehr zufrieden“, sagt Kreisvorsitzende Marion Lenz, „gleichzeitig stellt es uns aber auch vor große Herausforderungen, besonders wenn dieser Trend anhält.“ Mehr Ortsverbände seien nötig, ebenso eine verbesserte Organisationsstruktur. „Dass man Lebensverhältnisse positiv mitgestalten kann, das wird offenbar besonders einer Mitgliedschaft bei den Grünen zugetraut“, mutmaßt Lenz.

Die Linke: Der 2008 gegründete Kreisverband der Linken verzeichnet aktuell 92 Mitglieder, die in vier Ortsvereinen organisiert sind. Seit Jahresbeginn ist der Mitgliederstand nach Auskunft von Kreischef Sören Hartmann bei fünf Ein- und Austritten stabil.

FDP: Von Platz drei auf Platz fünf abgerutscht ist im vergangenen Jahrzehnt mit jetzt 91 Mitgliedern die FDP. „Wir sind überaltert und hatten einen regelrechten Einbruch nach der Bundestagswahl 2009“, erläutert Kreisvorsitzender Paul E. Mense.

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