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Inklusion: Mangel an Förderschullehrern

Vorgaben werden im Landkreis umgesetzt Inklusion: Mangel an Förderschullehrern

Seit gut drei Jahren haben Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf das Recht, an einer Regelschule unterrichtet zu werden: Ein wiederkehrendes Problem ist indes der Mangel an Förderschullehrern, der für Engpässe sorgt. An den Schulen in Schaumburg werden die Vorgaben dennoch umgesetzt.

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Quelle: dpa

Landkreis. Grundsätzlich begegbet die Mehrzahl der Verantwortlichen der Stadthäger Schulen der Inklusion positiv. „Das liegt vor allem an der guten Ausgangsposition, die wir in Schaumburg haben“, vermutet Kreisrätin Katharina Augath. Schließlich spiele die Integration von Kindern mit Behinderung in den Schulunterricht schon seit vielen Jahren eine große Rolle und werde auch aktiv umgesetzt.

 Das unterstreicht auch Astrid Budwach, Schulleiterin der IGS Stadthagen. Schon seit 1994 werden dort Schüler unterrichtet, die eine Unterstützung benötigen. Sogenannte I-Kinder seien also vor drei Jahren nichts Neues für sie und ihre Kollegen gewesen – auch wenn sich konzeptionell einiges verändert habe. Im Schnitt nehme die IGS zwölf Förderschulkinder pro Jahrgang auf, die dann auf die jeweiligen Klassen verteilt werden. Insgesamt besuchen aktuell laut Budwach 53 Kinder mit Förderbedarf die Schule.

Zweite Lehrkraft sorgt für Entlastung

Der Einsatz einer zweiten Lehrkraft im Unterricht sei eine enorme Entlastung für den Regelschullehrer der Klasse. „Dass zwei Lehrer mit unterschiedlichen Professionen gemeinsam den Unterricht gestalten und sich mit unterschiedlichen Niveaus auseinandersetzen können, ist auf jeden Fall ein Vorteil“, meint Budwach. Dadurch steige die Qualität für alle. Insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathe werde eine Doppelbelegung von Pädagogen angestrebt.

 An der Schule am Schlosspark in Stadthagen werden derzeit 48 Kinder mit einer Behinderung unterrichtet. Besonders im Bereich der sozial-emotionalen Entwicklung ist bei vielen Kindern Förderbedarf vorhanden. Nicht immer sei es einfach, diese Schüler inklusiv einzubinden. Da mache sich auch der bundesweite Mangel an Förderschullehrern bemerkbar, sagt Schulleiterin Britta Liebelt: „Damit die Inklusion kein pädagogisches Flickwerk wird müssen die personellen Ressourcen einfach stimmen.“ An der Inklusion als solche, zweifele sie jedoch nicht.

Gesetzliche Extra-Förderung muss aufgestockt werden.

 Auch Budwach macht deutlich: „Menschenrecht steht einfach über Arbeitsbelastung.“ Es sei immer schwierig, 30 Schüler zu unterrichten. Wichtig sei ihr, dass die Schüler mit einer Behinderung die Möglichkeit haben, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. „Bei uns erreichen viele einen Hauptschulabschluss.“ Dieser ermögliche eine spätere Ausbildung.

 Die gesetzlich festgelegten drei Stunden pro Schüler Extra-Förderung seien zwar ein Anfang, der aber mit Sicherheit noch aufgestockt werden müsste. „Eine höhere Versorgung wäre natürlich hilfreich“, bestätigt Budwach, der aufgefallen ist, dass die Kritik an der Inklusion schwächer geworden sei. Außerdem sei es sinnvoll, mehr Kontinuität mit Blick auf die häufig wechselnden Förderschulkollegen zu schaffen.

 Die eingesetzten Pädagogen werden von der Hans-Christian-Andersen-Schule in Stadthagen zugewiesen. Zwischen 80 und 90 Lehrer hat Sandra Ruppenthal, die kommissarische Leiterin, in diesem Schuljahr an die Schaumburger Schulen vermittelt. Von Vorteil sei das Schulische Beratungszentrum in Obernkirchen, das Schulen und Schülern unter die Arme greife.  jemi

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