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Aus dem Landkreis Inklusion auf einem guten Weg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Inklusion auf einem guten Weg
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00:18 23.12.2017
Der Seiteneingang der Schule am Schlosspark in Stadthagen bietet für Menschen mit Gehbehinderung eine Rampe. Quelle: rg
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Landkreis

Aktuell stehen vor allem die Planungen für den Neubau der IGS in Rinteln im Fokus, die gleich als inklusive Schule errichtet werden soll.  Bis 2024 bleibt dem Landkreis als Träger der weiterführenden Schulen in Schaumburg nach aktuellem Stand Zeit, um alle 17 Bildungseinrichtungen mit ihren mehr als 20 Gebäuden ebenfalls für die Beschulung von beeinträchtigten Kindern auszustatten. „Das ist natürlich nicht von einem Tag auf den anderen möglich“, betont Mahnert. Deshalb habe der Landkreis im Sommer 2013 zunächst drei Schwerpunktschulen eingerichtet, um bereits von Beginn an Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen mit gesunden Kindern unterrichten zu können. Mit rund 500.000 Euro Einsatz wurden dabei bewusst drei Stadthäger Schulen umgerüstet, da diese zentral im Landkreis gelegen und somit prinzipiell für alle Schaumburger erreichbar sind. Zudem wurden mit der Auswahl des Wilhelm-Busch-Gymnasiums, der IGS Schaumburg sowie der Oberschule am Schlosspark alle denkbaren Schulformen erfasst. Dabei war von Vorteil, dass die drei Stadthäger Schulen bereits mit Aufzügen ausgestattet sowie geübt im Umgang mit beeinträchtigten Kindern waren.

 Ebenfalls 2013 wurden die IGS Rodenberg, die Oberschule in Bückeburg sowie das in Rinteln ansässige Gymnasium Ernestinum für den Förderschwerpunkt Hören ausgerüstet. Kinder mit Einschränkungen in der akustischen Wahrnehmung sollen hier ebenso wie an den Schwerpunktschulen versorgt werden können. Insgesamt wurden sechs Förderschwerpunkte festgelegt. Der Förderschwerpunkt Lernen sowie die emotionale und soziale Entwicklung sollen bereits an allen Schulen umgesetzt werden.

10 Millionen für Umrüstung

Die Investitionen zur Umrüstung der Schulen würden allerdings nicht nur in Umbauten wie die Installation von Aufzügen, behindertengerechten Toiletten oder Türanlagen fließen, erläutert Schulamtsleiter Mahnert. So würden allein in den Nicht-Schwerpunkt-Schulen jährlich mehrere zehntausend Euro für neue Ausrüstung ausgegeben. Von 2015 bis heute seien so beispielsweise 200.000 Euro in Frequenzmodulationsanlagen geflossen, also Lautsprechersysteme, durch die ein Ton an jeder Stelle im Klassenraum gleich gut zu verstehen sein soll.

 „In der Regel wird alles angeschafft, was die Schulen zur Inklusion brauchen“, erklärt Mahnert. Abgesehen von den Schwerpunktschulen, die bereits 2013 entsprechend ausgerüstet wurden, werde dabei sukzessive geschaut, an welchen Schulen aktuell ohnehin Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen anstehen. Die Umgestaltungen im Sinne der Inklusion werden dann mit diesen Arbeiten verknüpft. So wird etwa der geplante Neubau der Rintelner Hildburgschule gleich als inklusives Gebäude geplant. „Es wäre ja auch Blödsinn, wenn wir heute nur Treppen bauen und morgen merken, dass wir die Rampen vergessen haben“, unterstreicht Mahnert.

 Etwa 10 Millionen Euro werden vom Landkreis bis zum Abschluss aller Maßnahmen im Jahr 2024 für die Umrüstung veranschlagt. Besonders die Aufzüge seien kostenintensiv. Letztlich sei es aber die Vielzahl kleiner Maßnahmen, die sich in diesem Betrag summieren, erklärt der Schulamtsleiter. Wenn alles nach Plan läuft, und danach sieht es aktuell aus, sollen in rund sechs Jahren alle Arbeiten abgeschlossen und das vom Landesgesetzgeber festlegte Ziel erreicht sein. Dann nämlich soll jedem behinderten Schüler in Schaumburg jede Schule offenstehen. ssr

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