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Jeden Morgen weckt „Johnny Däpp"

Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager Jeden Morgen weckt „Johnny Däpp"

Mit Rollkoffern und Rücksäcken sind die Jugendlichen am Sonnabend angerückt, die eine Woche lang am 14. Kreiszeltlager der Kreis-Jugendwehren auf dem Sportplatz der Burgfelsweide in Rinteln teilnehmen.

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Mit viel Spiel und Spaß  beginnt das 14. Kreiszeltlager der Kreis-Jugendwehren auf der Burgfelsweide.

Quelle: wm

LANDKREIS/RINTELN. Die Schlange vor dem Klassenraum im Gymnasium Ernestinum wurde immer länger. An sieben Stationen musste sich jeder melden – auch Zeltlager wollen verwaltet werden. Am Ende gab es ein Bändchen. Rot für unter 16-Jährige, gelb für unter 18-Jährige, grün für die, die am Abend auch mal ein Bier trinken dürfen.

Ein Elternpaar ruft dreimal ihren Jüngsten zurück, will noch etwas erklären, ehe er zu seinem Kameraden  gehen darf. Lagerleiterin Silke Weibels kennt das, es ist ihr drittes Zeltlager. „Für manche Zehnjährige ist es das erste Mal, dass sie eine ganze Woche von zu Hause weg sind. Meist sind die Eltern aufgeregter als die Kinder“, weiß die Kreisjugendwartin.

Wer will, konnte sich beim Anmelden gleich ein T-Shirt überziehen mit dem Logo der Kreisjugendfeuerwehr: Max und Moritz unter Feuerwehrhelmen. Auch die „Offiziellen“ tragen T-Shirts. Deren Aufschrift verrät, welcher Spezialist, aus welchem Team vor einem steht: Bauhof, Sicherheit, Wettbewerbe, Versorgung oder Beschallung.

200 Freiwillige helfen mit

Rund um die Uhr wachen Mitglieder der Einsatzleitung über das Zeltlager im erst vor zwei Jahren vom Landkreis angeschafften Einsatzleitwagen. Der hat eine runde halbe Million gekostet und ist ausgerüstet mit modernsten Computer- sowie Sattelitentechnik und wird eigentlich für große Schadensereignisse gebraucht, wie das im Feuerwehrfachjargon heißt.

Für viele der rund 200 freiwilligen Helfer ist das Zeltlager Teil ihres Jahresurlaubs. Es gebe kaum noch Arbeitgeber, sagt Frank Prietzel von der Lagerleitung, die bereits seien, für solch einen Einsatz jemand freizustellen oder Sonderurlaub zu geben. Für Prietzel und sein Bauhofteam bedeutet das: drei Wochen Jahresurlaub, sprich eine Woche aufbauen, eine Woche Zeltlager, dann Abbau.

Um 14.30 Uhr drückt Andreas Renner am Sonnabend in der Anmeldung die Enter-Taste am Computer, dann hatte er eine Zahl: 1241. So viel Jugendliche und Betreuer beherbergt eine Woche lang die Zeltstadt. 71 Jugendfeuerwehren sind dabei, darunter auch eine Jugendfeuerwehr aus Polen.

Als 19. Ortsteil der Stadt Rinteln brauche die Zeltstadt eigentlich einen Namen, regt Bürgermeister Thomas Priemer bei der offiziellen Eröffnung an und lobt gleich einen Preis aus: Für die beste Idee einen Zuschuss für die Kameradschaftskasse.

Von Spaghetti bis Hähnchen

Und alle Ehrengäste zeigen sich begeistert von dem „tollen Gelände“. Der Landkreis hat sogar einen Zaun abbauen lassen und einen Durchgang vom Sportplatz zum „Marktplatz“ geschaffen. Später wird das auch die Gymnasiasten freuen.

Während vor der Kreissporthalle die Fahnen von Feuerwehr, Stadt und Landkreis hochgezogen werden, die Ehrengäste ihre Grußworte überbringen, wird im Küchenzelt geschnippelt. Das Abendessen und auch das Frühstück bereiten die zehn Damen und Herren vom Küchenteam vor.

Das Mittagessen kommt aus Stadthagen aus der Küche der Paritätischen. Das bedeutet auch: keine Pizza. Denn die würde auf der Fahrt zwischen Stadthagen und Rinteln matschig, bedauert Küchenchefin Katrin Biesterfeld. Die restliche Hitliste jugendlicher Ernährungsfavoriten ist dafür komplett auf dem Speiseplan vertreten von Spaghetti bis Hähnchenschnitzel. Die Lebensmittel kühlt ein Auflieger mit Tiefkühlzelle, in einem zweiten sind Getränke gestapelt. Das Geschirrmobil kommt von der Sparkasse. Früher musste jeder seinen eigenen Teller mitbringen und in der Waschrinne abspülen. Heute sind die Anforderungen an die Hygiene höher.

Katrin Biesterfeld zeigt im Küchenzelt auf einen Kühlschrank. Hier werden Lebensmittel für Allergiker gekühlt. Heutzutage hätten schon Jugendliche eine Laktose- oder Gluten-Intoleranz. Auch vegetarische wie vegane Gerichte sind im Angebot.

Ohne WLAN geht es nicht

Im Zeltlager schläft man auf Feldbetten, eine Technologie aus dem 19. Jahrhundert.  Ohne die Technologie des 21. Jahrhunderts allerdings, sprich Smartphone, Facebook, Whatsapp, ist ein Zeltlager im Jahr 2017 nicht mehr zu machen. So gibt es selbstverständlich WLAN und Aufladestationen. „Sonst sitzen alle in den Waschräumen an den Steckdosen“, sagt Lagerleiterin Weibels.

Zum ersten Mal bei einem Zeltlager gibt es einen „Marktplatz“ als Treffpunkt mit Getränke- und Imbissständen, Möbeln aus Paletten und einem Springbrunnen. Rintlens Marktmeister Daniel Jakschik hat hier seine Connection eingebracht.

Ein Tipp: Wer jemanden im Zeltlager besuchen will, braucht einen Lageplan, sonst irrt er durch die Gassen der vier Zeltdörfer. Den Plan gibt es im Internet auf der Internetseite der Kreisjugendfeuerwehr. Dort stehen auch alle Ansprechpartner und Termine.

Schon am Wochenende ein wichtiges Thema: das Wetter. Zur Eröffnung pfeift ein böiger Wind über den Sportplatz und beschert den Jugendlichen ihren ersten Arbeitseinsatz: Sandsäcke füllen, die verhindern, dass die Plane trotz Heringen hochfliegt. Teamwork ist gefragt.

 Geweckt werden die Jugendlichen übrigens am Sonntagmorgen mit dem Ballermann-Hit von Lorenz Büffel „Johnny Däpp“ mit dem Refrain „Ich will Malle zurück...“ Na gut, wer am Sonntagmorgen aus dem Zelt in den Regen geschaut hat, mochte da sicher einstimmen. wm

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