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Jeder Vierte rutscht bei Jobverlust in Hartz IV

Landkreis / Hartz IV Jeder Vierte rutscht bei Jobverlust in Hartz IV

Rund ein Viertel der Arbeitnehmer rutschen nach dem Verlust ihres Jobs direkt in den Hartz IV-Bezug – ein Anteil mit seit einiger Zeit stetig leicht steigender Tendenz. Diese vom DGB jüngst bundesweit getroffene Analyse sei für Schaumburg in dieser Größenordnung durchaus zu bestätigen, sagte auf Anfrage der Leiter des Job-Centers Schaumburg, Bernd Dittmer.

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Immer mehr arbeitslos werdende Erwerbsfähige sind sogleich nach Jobverlust auf Zahlungen aus dem Job-Center Schaumburg (Bild) angewiesen.

Quelle: Foto: rg

Landkreis (ssr). Zwar habe er über das „direkte Durchrutschen“ arbeitslos gewordener Arbeitnehmer in den Hartz IV-Bezug auf Schaumburg bezogen keine exakten statistischen Zahlen, räumte Dittmer ein. Dafür spreche aber schon die Tatsache, „dass Schaumburg im bundesweiten Vergleich keine Region mit allgemein hohem Lohnniveau ist“.

Beispielsweise gebe es in der hiesigen Region einen vergleichsweise hohen Bestand an Erwerbstätigen, die wegen zu geringen Einkommens auf ergänzende Leistungen angewiesen seien. Wer zu dieser Gruppe gehöre, falle bei Jobverlust gleichsam automatisch direkt in den Bezug von Hartz IV.

Dass die Zahl derjenigen aktuell steige, die bei Jobverlust nicht die Voraussetzungen für den Bezug des höheren Arbeitslosengeldes  (ALG I) erfüllen, führte Dittmer auf den konjunkturellen Aufschwung zurück. Denn von einem solchen profitierten erfahrungsgemäß zuerst Leih- und Zeitarbeitsfirmen. Wer dort einen Job finde und dann arbeitslos werde, erfülle zumeist nicht die Voraussetzungen für das ALG I. Denn erst wenn man innerhalb von zwei Jahren zwölf Monate lang Beiträge abgeführt hat, erhält man sechs Monate lang das Arbeitslosengeld I.
Dittmer betonte, das hiesige Job-Center achte darauf, „Arbeitnehmer nur in Jobs zu vermitteln, in denen tarif- oder ortsübliche Löhne gezahlt werden“. Der Job-Center-Chef weiter: „Dumping-Löhne machen wir nicht mit. Solche empfehlen wir nicht und schon gar nicht zahlen wir Eingliederungshilfe dafür“. Gleichwohl seien in manchen Branchen die orts- und tarifüblichen Löhne teilweise so gering, „dass eine Familie davon nicht leben kann und als Bedarfsgemeinschaft mit Anspruch auf ergänzende Leistungen bei Hartz IV auftaucht“.

Eine besondere Gruppe bilden laut Dittmer Empfänger von ALG I, deren Satz so niedrig ist, dass auch sie Anspruch auf Hartz IV-Aufstockung haben. Das seien ehemalige Arbeitnehmer, die langfristig Jobs gehabt hätten und somit die Voraussetzungen für den Erhalt von ALG I erfüllen. Deren Gehalt sei aber so niedrig gewesen, dass auch der ALG I-Satz entsprechend gering sei und nicht den Lebensunterhalt abdecke. Die Zahl dieser Betroffenen bezifferte Dittmer kreisweit auf 162 Personen – „mit steigender Tendenz“.

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