Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Jedes Jahr 1000 Freiwillige weniger

Schaumburger DRK-Blutspendedienst Jedes Jahr 1000 Freiwillige weniger

Statistisch betrachtet brauchen 80 Prozent aller Bundesbürger einmal in ihrem Leben eine Blutspende – dem gegenüber stehen allerdings nur vier Prozent der Einwohner, die zur Blutspende gehen. Eine Diskrepanz, die dem Deutschen Roten Kreuz immer mehr zu schaffen macht. Auch im Landkreis Schaumburg verliert das DRK jedes Jahr Spender.

Voriger Artikel
Union zieht positive Kommunalwahlbilanz
Nächster Artikel
Mit Elektroantrieb durch die Stadt

An der Notwendigkeit von Blutspenden zweifelt kaum ein Bürger, dennoch sinkt die Bereitschaft zur Spende.

Quelle: dpa

LANDKREIS. Im Vergleich zum Vorjahr sank 2015 die Spenderzahl um 1300. „Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort, wenn auch nicht in der gleichen Höhe“, sagt Tobias Lüttig, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes NSTOB in Springe. Mit rund 1000 Freiwilligen weniger rechne er 2016. Die Gründe dafür seien vielfältig.

Während 100 Prozent der Leute auf die Frage, ob die Blutspende wichtig sei, mit „Ja“ antworten würden, gehe nur ein Bruchteil zu den angebotenen Terminen. Der meistgenannte Grund: die Angst vor der Nadel. „Wir sind sehr bemüht, die Generation unter 40 für uns zu gewinnen und zu bewegen, sich mit der Blutspende zu beschäftigen“, so Lüttig. Leicht sei dies nicht. Dabei sei der Aufwand für eine Blutspende vergleichsweise gering und mit einer Spende könnten bis zu drei Menschenleben gerettet werden. Um wenigstens die Ausrede, keine Spendemöglichkeit im Umfeld zu haben, auszuschließen, gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, immer zu den Leuten zu kommen.“

Gewährleistet wird „diese flächendeckende Versorgung“ über die vielen DRK-Ortsvereine im ganzen Land – 25 davon im Landkreis Schaumburg. Die Vereine mit den meisten Spendern befinden sich in Rinteln (976 Spender im Jahr 2015), Stadthagen (851) sowie Bückeburg (705). Während dort im Durchschnitt zwischen 85 und 141 Freiwillige pro Termin erschienen, seien es in Scheie, Riehe und Waltringhausen nur noch 30 bis 40. Und da befinde sich der Blutspendedienst in dem Bereich, in dem mit den Ortsvereinen das Gespräch gesucht werde, ob sich die Termine noch lohnten. 35 Spender müssten es laut Lüttig mindestens sein.

Erstpenderquote ist stabil

Denn schließlich werde für jeden Termin auch Personal des Blutspendedienstes gebunden. Mindestens vier Entnahmemitarbeiter und ein Arzt seien jeweils vor Ort. „Und das steht bei so wenig Spendern in keinem Verhältnis mehr“, so Lüttig. Schließlich müsse der Dienst sicher gehen, dass das Personal dort eingesetzt werde, wo es gebraucht werde. Aufgrund der Größe gibt es etwa in Liekwegen, Horsten und Möllenbeck keine eigenen Termine, sondern werden in größeren Städten mit abgedeckt.

Erfreulich sei im Landkreis die stabile Erstspenderquote von acht Prozent. „Die Ortsvereine machen hier eine sehr gute Arbeit“, lobt Lüttig. Auch der Blutspendedienst habe hier verstärkt und mit Unterstützung von Vereinen geworben. Aber das Problem sei die Frage: „Kommen sie wieder?“ Auch die Zahl der Spender unter 40 Jahren sei entgegen dem Trend nicht abgefallen. Die Menschen über 50 Jahren seien in der Regel Stammspender. Mit dem 73. Geburtstag ist nach den DRK-Richtlinien allerdings Schluss. Diese Regelung diene dem Schutz der Spender, denn auch wenn sich die Senioren topfit fühlten, erhole sich der Körper viel langsamer von der Blutspende.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, schickt der Spendedienst sein Blutspendemobil an „prominente“ Plätze, um den Besucherstrom gezielt zu nutzen, wie den McDonalds in Rehren oder den Lidl in Rinteln. „Dort haben wir regelmäßig über 100 Spender.“ col

factbox

Nur noch mit Lichtbildausweis

Zum 1. Januar 2017 müssen sich alle Freiwilligen bei der Blutspende ausweisen –entweder mit ihrem Personalausweis oder dem Führerschein. Bisher hat der Blutspendeausweise gereicht, aber weil dieser kein Foto enthält, wurde vom Paul-Ehrlich-Institut diese neue Regelung eingeführt. Damit soll ein höhrer Schutz für die Spender gewährleistet werden. „Wir wollen schon frühzeitig auf diese Änderung hinweisen, damit im Januar nicht die Freiwilligen bei den Terminen stehen, und nicht spenden dürfen, weil sie keinen Ausweis dabei haben“, betont Tobias Lüttig vom DRK-Blutspendedienst NSTOB in Springe .col

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg