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Jetzt prasseln die Eicheln

Kraftfutter für Wildschweine Jetzt prasseln die Eicheln

Wer jetzt durch die bunt verfärbten Wälder wandert, kann schon mal in einen heftigen Regen aus Eicheln geraten. „Die Eiche trägt in diesem Jahr sehr stark“, bestätigt Lothar Seidel, Leiter des Schaumburger Kreisforstamts. Man spreche in diesem Zusammenhang von einem Eichenmastjahr.

Weserbergland. Das dürfte die Bewohner des Waldes freuen, denn die Früchte seien ein gefundenes Fressen vor allem für Wildschweine, Rehe und Hirsche. „Eicheln sind ein wichtiger Energielieferant und die Tiere können sich damit einen richtigen Winterspeck anlegen“, erläutert Seidel. Auch geschmacklich seien sie hoch im Kurs und wirken wie ein Magnet: So lange es Eicheln gebe, werde alles andere liegen gelassen.
Die Mäuse bevorzugen die Buchecker. Die gibt es allerdings in diesem Jahr weniger als im Vorjahr, hat Seidel festgestellt. Die Schwankungen hält der Leiter des Forstamts jedoch für völlig normal. Man gehe davon aus, dass auch die Bäume über innere Rhythmen verfügen. Wonach sich diese richten, darüber rätseln die Waldökologen aber noch. Seidel berichtet, dass eine große Produktion von Früchten auch sehr anstrengend für den Baum sein kann. Es werde sehr viel Energie verbraucht und könne sogar auf ein Stresssymptom hindeuten.
Die Eiche – das ist jeder zehnte Baum in den hiesigen Wäldern – profitiere diesmal davon, dass ihre Blüten nicht durch Schädlinge abgefressen worden seien. Was den Befall durch Insekten oder Raupen angehe, sei es bisher eindeutig ein gutes Jahr. Besonders der mehrfache Kahlfraß durch Schmetterlingsraupen hatte in den vergangenen Jahren viele Eichenwälder geschwächt. Fichten würden häufig von Borkenkäfern befallen und die Rosskastanien von der Miniermotte. „In den beiden vergangenen Jahren haben wir einen Rückgang der Miniermotte festgestellt.“
Für die Buche, den verbreitetsten Waldbaum der Region, ist 2015 trotz der geringen Fruchtzahl kein schlechtes Jahr.
Auch für die Obstbäume sei das Wetter in diesem Jahr ideal gewesen. Besonders Äpfel gebe es sehr viele. Dass die Bäume im Großen und Ganzen ein gutes Jahr hatten, liegt laut Seidel an der ausgeglichenen Witterung. Es habe beispielsweise keine Spätfröste gegeben und die übliche Frühjahrstrockenheit sei ebenfalls ausgeblieben. Es habe immer mal wieder geregnet und die Bäume hätten die Feuchtigkeit gut speichern können.
Einzig Orkan Niklas, der sich Ende März in Deutschland ausgetobt hatte, bereitete dem Forstamtschef kurzzeitig Sorgen. Doch die Schaumburger Wälder blieben weitestgehend verschont. Nun hofft Seidel natürlich, dass der ruhige Verlauf in diesem Jahr nicht noch durch schlimme Herbststürme konterkariert wird. Ob es dazu kommen wird, sei nicht vorhersagbar.
Wer den  Wald in seinem farbigen Kleid genießen möchte, hat nach Seidels Einschätzung noch eine Weile Zeit dazu. Denn auch wenn es sich schon empfindlich abgekühlt hat und die Kälte die Nährstoffe aus den Blättern zieht, wird der ganz große Blätterfall erst im November erwartet.

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