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Junger Unternehmensgründer

Homestory mit FDP-Kandidat Junger Unternehmensgründer

Sechs Kandidaten von sechs Parteien bitten für die Bundestagswahl am 24. September um die Stimmen der Schaumburger. Zwei Amtsinhaber treffen auf vier Newcomer. Doch wer sind die Menschen, hinter deren Namen die Schaumburger ein Kreuzchen machen sollen? Wir haben den FDP-Kandidaten Daniel Winter besucht.

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Daniel Winter ist in Hohnhorst aufgewachsen, sein Lebensmittelpunkt lag aber immer in Bad Nenndorf. Nun will er für die FDP nach Berlin. 

Quelle: TRO

LANDKREIS. Daniel Winter ist mit seinen gerade einmal 21 Jahren einer der jüngeren Bewerber um den Einzug in den Bundestag. Ein Nachteil? Sicher nicht – zumindest seiner Meinung nach. „Ich habe zwar keine riesige Lebenserfahrung, für mein Alter aber schon eine ganze Menge“, sagt der Schaumburger, der bei der Wahl für die Freie Demokratische Partei (FDP) antritt. „Das Durchschnittsalter im Bundestag liegt bei gut 50 Jahren. Die Jugend wird in der Politik kaum repräsentiert – das ist ein Problem.“ Eines, dem er mit seinem Engagement entgegenwirken will. „Junge Leute in die Parlamente“, fordert er.

Politiklehrer weckte das politische Interesse

Geboren ist Winter in Hannover, aufgewachsen in Hohnhorst, genauer: im Ortsteil Rehren. „Als ich vier Jahre alt war, sind meine Eltern mit mir aufs Land gezogen“, erzählt er. So ist er dort auch verwurzelt, hat viele Jahre im örtlichen Verein Fußball und Tischtennis gespielt. Als seinen damaligen Lebensmittelpunkt bezeichnet er aber Bad Nenndorf. Dort am Gymnasium legte er sein Abitur ab, aber auch seine politische Laufbahn hat an diesem Ort gewissermaßen ihren Ursprung. „Mein damaliger Politiklehrer am GBN hat mein Interesse für Politik und Wirtschaft geweckt. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass er wohl recht liberal geprägt war“, erklärt Winter.

Zum anderen sammelte er in der Kurstadt aber auch früh seine ersten unternehmerischen Erfahrungen. „Meinen ersten Job hatte ich als Kassierer im Supermarkt, weil ich meinen eigenen Roller finanzieren wollte“, so Winter. „Vorher bin ich den Weg von Rehren bei Wind und Wetter mit dem Rad gefahren.“ Nur wenig später hatte der damals 17-Jährige, dem Freunde Attribute wie „ehrgeizig“ und „zielstrebig“ zuschreiben, sein erstes eigenes Unternehmen gegründet – eine DJ-Agentur. Kurz darauf folgte ein Weiteres für die Organisation von Abibällen. „Ich wollte die Freiheit haben, selbst zu entscheiden und finanziell unabhängig sein“, erklärt er.

Beitritt in die FDP vor vier Jahren

Heute hat sich das Ganze aber wieder ein Stück weit in Richtung Hannover verlagert. Gerade erst hat Winter sein duales Studium bei der Nord/LB beendet, ist dort nun als gelernter Bankkaufmann und Betriebswirt als Gewerbekundenberater tätig. In die FDP ist Daniel Winter vor vier Jahren nach der Bundestagswahl eingetreten, bei der die Partei erstmals den Einzug ins Parlament verpasste. „Ich wollte meinen Teil zu der politischen Neuaufstellung beitragen. Über einen Freund bin ich dort gelandet und habe es nie bereut. Die Partei passt gut zu meinen politischen und wirtschaftlichen Ansichten“, sagt er. Sein Aufstieg dort verlief recht schnell: Seit drei Jahren ist er im Kreisvorstand der Jungen Liberalen in Hannover vertreten, ebenso wie im niedersächsischen Landesvorstand der liberalen Jugendorganisation. „Es macht Spaß, wenn man Themen auch langfristig nach vorne bringen kann.“

In seinem Programm spielt aber mehr eine Rolle als nur eine „junge“ Politik. „Ich stelle den Status quo infrage“, sagt Winter. Das Thema Digitalisierung ist für ihn ein „Jahrhundertthema“. „Wäre es ein Fußballspiel, befänden wir uns in der ersten Halbzeit und lägen null zu drei hinten“, so der Hohnhorster. „Mit ein paar Auswechslungen und einer neuen Taktik geht da aber noch was.“ Seine erste Maßnahme wäre ein spezielles Digitalministerium, die Themen E-Health und Breitbandausbau hätten höchste Priorität. „Beides ist gerade im ländlichen Raum besonders wichtig.“

Winter hat eine Affinität zu Start-ups

Durch die eigenen Unternehmensgründungen habe er zudem eine Affinität zu Start-ups: „Deutschland ist ein großes Land mit vielen Menschen und ebenso vielen guten Ideen. Es fehlt nur etwas an Gründermentalität“, sagt Winter. „Wenn ich meinen Teil zu einem Mentalitätswandel beitragen kann, mache ich das gerne. Es sollte heute möglich sein, ein Unternehmen innerhalb von 24 Stunden zu gründen.“

Auch der Bereich der Bildung ist Winter – neben den Themen Europa („Legitimation, Akzeptanz und Mehrwert erhöhen“), Rente („das staatliche System muss auf neue Füße gestellt werden“), Integration („Barrieren abbauen, die die Eingliederung von Geflüchteten ins Arbeitsleben behindern“) und Wirtschaft („Freihandel fördern, Arbeit 4.0 aktiv gestalten“) – besonders wichtig. „Ich kann es nicht fassen, wenn gesagt wird, Bildung sei ein Landesthema“, sagt er. Schließlich lebe man auch in dieser Hinsicht in einer globalisierten Welt. „Wir müssen Geld investieren in Schulsanierung, Lehrerausbildung und Ausstattung.“ Vor allem gelte es, auch die Schulen zu digitalisieren. Zudem sollten Wirtschaft und Programmieren zumindest in ihren Grundzügen zu Schulfächern werden.

Viel Lebenserfahrung

Eine Sache gebe es bei all den positiven Punkten und der mittlerweile doch recht langen Politikerfahrung, die er bei seiner Kandidatur falsch eingeschätzt habe, so Winter: den Zeitaufwand, den der Bundestagswahlkampf mit sich bringt. Neben der Arbeit hat er viele Termine zu absolvieren, in den Abendstunden geht es dann häufig noch auf die Straße zum Aufhängen von Plakaten. „Dafür habe ich am Ende aber in jedem Fall Lebenserfahrung gesammelt“, sagt er.

Denn die Frage, ob es für ihn ganz persönlich am 24. September tatsächlich zum Einzug in den Bundestag reicht, sieht Winter ganz realistisch. „Der Aufwand ist hoch, aber die Wahrscheinlichkeit relativ gering“, sagt er. Selbstverständlich wolle er aber unabhängig vom Wahlergebnis weitermachen, der Politik und seiner Partei treu bleiben. „Deutschland braucht eine liberale Stimme, darum freue ich mich auf eine hoffentlich starke FDP-Fraktion“, so der Nachwuchspolitiker. Er wolle die politische Entwicklung mit kritischem Auge begleiten und sich weiterhin für die Themen einsetzen, die ihm wichtig seien. „Erst einmal freue ich mich aber auf ein bisschen Ruhe nach dem Wahlkampf.“  tro

Drummer mit Bühnenverbot

Ich könnte nicht leben ohne… meine Familie, Freunde und Leute, die mir wichtig sind. Die holen mich auf den Boden zurück.
Meinen Wahlkreis finde ich… toll! Er hat viel ungenutztes, digitales und wirtschaftliches Potenzial.
Das beste Essen gibt es… in Italien und Spanien. Ich bin ein großer Fan der mediterranen Küche.
In einer Rockband… würde ich Schlagzeug spielen, das war immer mein Lieblingsinstrument. Leider bin ich vollkommen unmusikalisch, darum würde man mich wohl nicht auf die Bühne lassen.
An Berlin gefällt mir gar nicht … die Größe, der Lärm und die teuren Mieten.
Wenn mein erster Chef mich heute sehen würde… , wäre er stolz auf mich und meinen Werdegang.

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