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K+S lehnt 41 Euro je Aktie ab

Unternehmen sucht Hilfe beim Bund K+S lehnt 41 Euro je Aktie ab

Die Anrainer von Werra und Weser lehnen eine staatliche Hilfe für den von einer Übernahme bedrohten Salz- und Düngemittelkonzern K+S kategorisch ab.

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Rohsalz-Großbunker des Kaliwerkes Werra im hessischen Heringen: Das Abbaugebiet der K+S-Werke liegt bis zu 1200 Meter unter der Erdoberfläche.

Quelle: dpa

von thomas thimm Landkreis. Sie bezeichnen Spekulationen, die staatliche Förderbank KfW könne zum Schutz bei K+S einsteigen, als „missglückte Wirtschaftsförderung“.

K+S sucht im Kampf gegen eine Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash Corporation of Saskatchewan tatsächlich die Hilfe der Bundesregierung. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bestätigte, dass es „mehrere Gespräche mit den Beteiligten“ gegeben habe. Grundsätzlich gehe es um einen „unternehmerischen Vorgang“, den man nicht kommentiere – mehr sagte sie nicht. Das „Handelsblatt“ berichtet, in den Gesprächen sei über ein Modell diskutiert worden, wonach die KfW Aktien von K+S kaufen und damit eine Sperrminorität aufbauen könnte.

Die Anrainerkonferenz – ein Zusammenschluss von Kommunen, Verbänden, Vereinen und Wirtschaftsunternehmen, die als Anrainer von Werra und Weser von der Versalzung der Flüsse durch die Abwässer der Kali-Industrie betroffen sind – bezeichnet eine Verstaatlichung als weitere Milliardenspritze für den Konzern. Man könne ein Unternehmen „auch derart mit Subventionen füttern, dass es die wichtigsten Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg einbüßt: die Fähigkeit, sich technisch weiterzuentwickeln und aus eigener Kraft erfolgreich zu sein“. Im Gegenteil: 2014 habe der Konzern einen Plan vorgelegt, in dem er beschreibe, „wie er seine rabiate Verschmutzung von Werra und Weser fortsetzen will“.

K+S hat keinen Großaktionär, die Anteilsscheine sind zu 100 Prozent im Streubesitz. Vorstandschef Norbert Steiner hat den Übernahmevorschlag der Kanadier, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen. Außer einem höheren Preis fordert K+S von Potash auch Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. Seit gut einem Monat befindet sich das Dax-Unternehmen im Kampf gegen Potash, der durch eine Übernahme der Hessen zum weltgrößten Anbieter von Kali und Salz aufsteigen will.

Deshalb nun der Kasseler Ruf nach staatlicher Hilfe: Es gilt zwar eher als unwahrscheinlich, dass die Förderbank als „Weißer Ritter“ einspringt. Die KfW wird vom Bund zwar hin und wieder für Sonderaufgaben eingespannt, eine Beteiligung an Übernahmeschlachten hat es aber noch nie gegeben. Der Gedanke eines Einstiegs der staatlichen Bank bei K+S erreicht aber dennoch das politische Berlin. Die Union lehnt ein solches Geschäft ab. CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs sagt im „Handelsblatt“: „Aufgabe des Staates ist es nicht, Unternehmen zu halten.“ In der SPD gibt es derzeit kein einheitliches Bild. Zwar mahnt SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil im „Handelsblatt“ zur Vorsicht bei Staatseingriffen – doch bei der SPD im Landtag in Hannover sind auch andere Töne zu hören. So will der Landtagsabgeordnete Ronald Schminke aus Hannoversch Münden unter strengen Auflagen helfen: „Der Staat will saubere Flüsse und unbelastetes Trinkwasser. K+S sollte sich verpflichten, geltendes Umweltrecht einzuhalten, weil dies eine Grundvoraussetzung für staatliche Hilfen sein muss.“

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