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Kandidat vergessen?

Die WGS tritt in Steinbergen ohne ihr Zugpferd Artur Böger an Kandidat vergessen?

Vergessen kann man alles Mögliche: den Einkaufszettel, oder vielleicht auch mal den Haustürschlüssel. Der WGS ist es offenbar mit einem ihrer Kandidaten passiert. Auf die Frage, warum Artur Böger in diesem Jahr nicht mehr für die Ortsratswahl in Steinbergen antritt, antwortet er: „Ich wurde wohl vergessen.“

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Artur Böger wollte eigentlich für die WGS in Steinbergen kandieren. Doch auf der Liste findet er sich nicht wieder.

Quelle: jak

Steinbergen.  Er sei selbst überrascht gewesen, als er erfuhr, dass auf der WGS-Liste für Steinbergen in diesem Jahr nur zwei Namen stehen: Dietrich Schramm und Markus Schwenk. WGS-Veteran Böger mit seiner zehnjährigen Ortsratserfahrung wurde nicht aufgestellt.

Dabei wollte er kandidieren. Er sei aber bei der Versammlung zur Listenaufstellung aus beruflichen Gründen verhindert gewesen. Da das bei der letzten Wahl aber ebenfalls kein Problem darstellte, sei er davon ausgegangen, dass er wie gehabt auf der Liste stehen würde. Immerhin holte Böger 2011 satte 144 Stimmen in der Personenwahl und lag damit hinter den beiden SPD-Kandidaten Heiner Bartling (281) und Markus Witt (194) an dritter Stelle in Steinbergen.

Doch offenbar hieß es bei der WGS-Sitzung diesmal, Böger habe zu viel zu tun, er wolle nicht mehr kandidieren. „Obwohl ich das nie gesagt habe.“ Es lasse sich jetzt auch nicht mehr rekonstruieren, wer diese Behauptung in die Welt gesetzt habe, bedauert Böger – und warum. Als er seinen Ortsratskollegen Markus Schwenk darauf ansprach, habe der ihm nur sagen können, dass die Information „aus der Gruppe“ gekommen sei.

Nachgefragt hat bei Böger niemand. Und auch er selbst fragte nicht nach. Erst als die Frist verstrichen sei, kam Böger durch Zufall darauf, dass er vergessen wurde. Er geht nun davon aus, die WGS könnte ohne ihn ihre beiden Sitze im Ortsrat verlieren. „Der Kollege Schwenk ist damals nur reingekommen, weil wir als WGS insgesamt so viele Stimmen holen konnten“, meint er. „Ich fürchte, er wird das aus eigener Kraft nicht schaffen.“

Jetzt, im Wahlkampf, sei er per E-Mail kontaktiert worden, ob er nicht beim Plakate-Aufhängen für die WGS helfen könne. „Dafür bin ich dann wieder gut“, ärgert sich Böger. Wahlkampf werde er für die WGS in diesem Jahr keinen machen. Auch eine erneute Kandidatur in fünf Jahren kann er sich nicht vorstellen. „Dann bin ich 70 Jahre alt.“

Der WGS-Stadtverbandsvorsitzende Dieter Edler erfährt erst nachträglich von der unabsichtlichen Nichtkandidatur Bögers. „Vergessen haben wir ihn nicht“, sagt er. „Wir haben einen Verteiler, zu dem auch Böger gehört, und vierteljährlich unsere Treffen.“

Böger sei immer eingeladen worden, habe sich aber nicht zurückgemeldet. Beide erklären, dass sie in der Vergangenheit zwar immer wieder persönlichen Kontakt hatten. Beide sind in der Steinberger Kirchengemeinde aktiv, haben dabei aber nicht über die WGS gesprochen. „Wenn ich fünf Jahre nichts von jemandem höre, außer im Ortsrat, kann ich doch nicht davon ausgehen, dass er kandidieren möchte“, sagt Edler. Bei der Listenaufstellung habe ihm dann Markus Schwenk gesagt, Böger habe kein Interesse mehr. Persönlich habe er bei ihm nicht nachgefragt.
Auf die Frage, wieso er einen bewährten Stimmenbringer wie Böger nicht darauf angesprochen habe, antwortet Edler: „Mir tut das leid, aber er hätte ja auch mal nachfragen können.“

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