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Kaum Frauen an der Verwaltungsspitze

Landkreis / Statistik Kaum Frauen an der Verwaltungsspitze

Die Samtgemeinden und großen Städte Schaumburgs haben eines gemeinsam: Ganz oben an der Spitze der Verwaltung steht nach wie vor ein „Herr der Schöpfung“, Frauen sind Mangelware.

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Katharina Augath ist eine der zwei Derzernatsleiterinnen beim Landkreis Schaumburg.

Quelle: rg

Landkreis. Landkreis (jw, kle). Aus leitenden Positionen in der Verwaltung sind sie trotzdem kaum mehr wegzudenken. So haben unter anderem die Städte Bad Eilsen und Bad Nenndorf sowie die Gemeinden Meerbeck und Nordsehl eine Bürgermeisterin, auch die vier Dezernate des Landkreises werden je zur Hälfte von Frauen und Männern geleitet.

 Entsprechend undramatisch sieht Sabine Druschke, Bürgermeisterin in Meerbeck, die Situation der Frauen in Schaumburger Verwaltungen. „Hier in der Samtgemeinde Niedernwöhren sind wir gut aufgestellt, was die Frauenquote betrifft. In Nordsehl ist Hanna Mensching-Buhr Bürgermeisterin und auch im Rat sitzen viele Frauen“, berichtet Druschke. In ihrem Amt als Bürgermeisterin kann sie bisher nur von positiven Erfahrungen berichten. „Ich habe von Anfang an viel Unterstützung von allen Seiten erhalten“, so Druschke. Das Amt der Bürgermeisterin als Frau auszufüllen, kann ihrer Meinung aber auch private Probleme nach sich ziehen. „Wenn man kleine Kinder hat und jeden Tag Hausaufgaben kontrollieren muss, kann die Tätigkeit schwierig werden“, erklärt die Bürgermeisterin. Druschkes Söhne sind 22 und 25, Hausaufgaben kontrollieren muss sie somit nicht mehr.

 Kreisdezernentin Katharina Augath hält dies für einen wesentlichen Grund, warum das Amt eines Bürgermeisters vielen Frauen als eher unattraktiv erscheint, weil sich Familie und Beruf dabei nur sehr schwer vereinbaren lassen. „Unter der Woche arbeitet man in der Verwaltung, am Wochenende muss man repräsentative Aufgaben übernehmen.“ Das Zahlenverhältnis lasse sich ihrer Ansicht nach deshalb nur schwer auf fehlende Gleichberechtigung zurückführen.

 Um die Situation doch ein wenig zu wandeln und bei Frauen mehr Interesse an der Kommunalpolitik zu wecken, hat der Landkreis vor einigen Jahren das sogenannte Mentoring-Programm ins Leben gerufen. „Dabei werden interessierte Frauen von einer erfahrenen Person aus dem politischen Raum, beispielsweise dem Fraktionsvorsitzenden einer Partei, in das Thema Kommunalpolitik eingeführt“, erklärt Landrat Jörg Farr. Sie bekämen einen theoretischen und praktischen Einblick ins Ratssystem und erfahren zum Beispiel, „wie sich eine Kommune finanziert“.

 Sein Eindruck von der Verteilung von Männern und Frauen in Führungspositionen in Schaumburg: „Zahlenmäßig haben wir sicher Nachholbedarf“, gleichzeitig gebe es bereits jetzt eine ganze Reihe kompetenter weiblicher Führungskräfte, unter anderem die Landgerichtspräsidentin Eike Höcker. Er selbst halte „ein ausgewogenes Verhältnis für sinnvoll, ich bin ein Fan von gemischten Teams“.

 Entsprechend kann Katharina Augath von keinen negativen Erfahrungen von ihrem Arbeitsplatz berichten, sie selbst habe auf dem Weg nach oben nie mit einer Form der Diskriminierung zu tun gehabt. Ob sie allgemein die Einführung einer Frauenquote für sinnvoll halte? „Früher habe ich so etwas abgelehnt, man will ja wegen seiner Leistung nach oben kommen.“ Am Ende sollte die Entscheidung deshalb immer nach der Qualifikation getroffen werden. Da dies aber leider nicht überall der Fall sei, sollte tatsächlich ein gewisser Quotenrahmen vorgegeben werden. Zudem müsse die Transparenz entsprechender Auswahlverfahren deutlich erhöht werden. Seite 8

 Wer sich für das Mentoring-Programm interessiert, kann sich beim Frauenbüro des Landkreises melden, Telefon (05721) 703-327 oder (05721) 703-254. 

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