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Aus dem Landkreis Keine Entscheidung über IGS-Oberstufe
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Keine Entscheidung über IGS-Oberstufe
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00:19 17.11.2017
Quelle: dpa
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Landkreis

„Im Herbst 2018 liegen die Ergebnisse des ersten Abiturjahrgangs der neuen Gesamtschulen sowie Zahlen zu den Übergängen und Abschlüssen vor“, sagte Schuldezernentin Katharina Augath.
Nach der Auswertung dieser Zahlen solle das Thema erneut beraten werden. Diese Vorgehensweise sei mit den Schulen abgestimmt, auch die niedersächsische Landesschulbehörde begrüße dies. Ursprünglich war ein entsprechender Beschluss bereits im Juni 2013 im Kreisausschuss gefasst worden.

Die Diskussion ging zurück auf einen Antrag der Gruppe WIR/Linke, die als Standort für eine weitere IGS-Oberstufe Rodenberg vorgeschlagen hatte. „Zum Schuljahr 2017/18 wurden 234 Schüler für die gymnasiale Oberstufe an der IGS Schaumburg angemeldet. Das entspricht einer Acht- bis Neunzügigkeit“, heißt es darin. In Rodenberg gebe es im Vergleich zu den anderen Schaumburger IGS-Standorten in Obernkirchen und Helpsen „nicht nur die meisten Absolventen mit dem entsprechenden Abschluss, sondern auch eine breite Zustimmung der Schule, der Elternschaft und der Politik“.

Pausen gehen fürs Pendeln drauf

Lutz Müller, Lehrer an der IGS Rodenberg, sagte: „Eine riesengroße Oberstufe wie in Stadthagen passt nicht zum IGS-Konzept.“ Wenn die Gesamt- nicht zu einer „Resteschule“ werden solle, müsse es zumindest grob bei einer Drittelung der Schülerschaft bleiben – also je ein Drittel Haupt- und Realschüler sowie ein Drittel Gymnasiasten. Zudem seien die Kollegen an der IGS Schaumburg unzufrieden, weil viele Pausen mit dem Pendeln zwischen den verschiedenen Standorten verbracht würden, so Müller.

Bei der Entscheidung über eine weitere IGS-Oberstufe gehe es darum, auf dem erfolgreichen Fundament der IGS Schaumburg aufzubauen, sagte Dagmar Hansing (SPD). Dort leide die Qualität nicht unter den hohen Schülerzahlen. „Qualität geht vor Standort“, sagte auch Helma Hartmann-Grolm. Jedoch sei ebenso klar, dass jede Oberstufe irgendwann zu groß werden könne, ergänzte Heiko Tadge (CDU). „Die Situation an der IGS Schaumburg ist derzeit nicht optimal.“ Zeitlich befristet könne man aber damit leben.

Schülerwohl im Fokus

Einen anderen Weg zum Abitur will derweil die „Rintelner Oberstufen-Kooperation“ aufzeigen. Dabei arbeiten die BBS, das Gymnasium Ernestinum und die IGS Hildburgschule zusammen, um den IGS-Schülern, die mit dem Schuljahr 2020/21 Klasse 11 erreichen, den Eintritt in die gymnasiale Oberstufe zu ermöglichen. Für eine eigene Oberstufe wird die Schülerzahl dort nämlich voraussichtlich nicht ausreichen. „Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit“, sagte Augath. „Der Ansatz beweist, dass das Schülerwohl im Fokus steht – ganz unideologisch und praxisnah.“ tro

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