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Keine Party über 55 Dezibel

Freizeitlärm-Richtlinie Keine Party über 55 Dezibel

Fleckenfete in Lauenau, Pflastertrubel in Stadthagen oder Blindow Jazz Meeting in Bückeburg – die lautstarken Veranstaltungen im Landkreis erfreuen sich bei den Besuchern großer Beliebtheit. Bei den Anwohnern kann die Sache jedoch ganz anders aussehen.

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Beim Pflastertrubel in Stadthagen gab es bislang keine Beschwerden aufgrund zu lauter Musik. 

Quelle: fwi

Landkreis (js,kle). Nicht jeder Nachbar möchte die Gunst der Stunde nutzen und mitfeiern, sondern ist womöglich auf Ruhe angewiesen. Erst im Juli musste in Bückeburg der Jazz-Frühschoppen nach einer Beschwerde gegen 14.30 Uhr vorzeitig beendet werden (wir berichteten). Für das Bauordnungsamt des Landkreises, das die Auflagen in Sachen Lautstärke erteilt, ist diese Problematik eine Gratwanderung. Die Behördenmitarbeiter müssen sich in dem Fall nach der niedersächsischen Freizeitlärm-Richtlinie orientieren.
Grundsätzlich müssen alle Veranstaltungen nach niedersächsischem Gaststättengesetz mindestens vier Wochen vor Start angezeigt werden. Die Gemeinde leitet den Antrag an die zuständigen Behörden weiter – neben dem Immissionsschutz geht es beispielsweise auch um den Jugendschutz oder finanzielle Dinge, wie Anja Gewald, Mitarbeiterin des Pressebüros des Landkreises, erklärt.
Sofern Musik in Nähe eines Wohngebietes gespielt werden soll, übernimmt das Bauordnungsamt die Aufgabe der Immissionsschutzbehörde. „Die können dann spezielle Auflagen erteilen“, sagt Gewald. Veranstaltungen wie Fleckenfete oder Pflastertrubel fallen in die Kategorie „Seltenes Ereignis“. „Das heißt, dass dort tagsüber 70 Dezibel und in der Zeit ab 22 Uhr 55 Dezibel Lautstärke zugelassen sind“, sagt Gewald. Bei anderen, häufigeren Veranstaltungen, wie beispielsweise in der Festhalle Stadthagen, ist durch baurechtliche Bestimmungen der Lärmschutz garantiert.
Auch in Sachen Länge der Partys kann das Bauordnungsamt Auflagen erteilen. „Das ist allerdings noch nicht vorgekommen“, weiß Gewald. Die Veranstalter selbst wären darauf bedacht, Anwohnern nicht allzu viel zuzumuten.
„Uns ist natürlich daran gelegen, das vielfältige kulturelle Leben in Schaumburg aufrecht zu halten, allerdings dürfen dabei die Einzelinteressen der Anwohner nicht außer Acht gelassen werden“, fasst Gewald zusammen.
Und: Die Beschwerde eines einzelnen Nachbarn heißt nicht, dass die Veranstaltung auch tatsächlich nicht stattfindet. So wollte vor etwa zehn Jahren ein Rodenberger gegen das Bürgerschützenfest aufgrund der Lautstärke der abendlichen Tanzveranstaltung vorgehen. Doch die Rechtslage war eindeutig, berichtet Georg Hudalla, Stadtdirektor von Rodenberg: Beim Schützenfest handelt es sich um eine Traditionsveranstaltung, die nicht regelmäßig, sondern immer nur einmal im Jahr stattfindet und somit in die Kategorie „Seltenes Ereignis“ fällt. Entsprechend durfte am Abend etwas lauter Musik gespielt werden und der Anwohner musste sich fügen.
 

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