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Aus dem Landkreis Keine Sitzplatzgarantie
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Keine Sitzplatzgarantie
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00:31 12.09.2014
Kein Drängeln und kein Schubsen: Extra ausgebildete Schülerscouts (wie hier vorne rechts) sollen beim Einsteigen in den Bus und während der Fahrt zur Sicherheit der Schülerinnen und Schüler beitragen.  Quelle: peb
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Von Peter Blaumann Landkreis

Nur etwa die Hälfte hat dabei einen Sitzplatz. 7,5 Millionen Euro muss der Landkreis jedes Jahr für die Schülerbeförderung bezahlen. Im Falle einer Sitzplatzgarantie wären es sogar 15 Millionen.

 Nach dem Niedersächsischen Schulgesetz in Verbindung mit der vom Kreistag beschlossenen Satzung zur Schülerbeförderung haben Schüler im Landkreis Schaumburg Anspruch auf kostenlose Beförderung von der Wohnung zur Schule und zurück, wenn die Entfernung für Kinder der Klassen 1 bis 6 der allgemeinbildenden Schulen zwei Kilometer überschreitet. Ist der Schulweg länger als drei Kilometer, müssen auch Schüler der Klassen 7 bis 10 kostenfrei befördert werden.

 Im Bus dürfen Kinder auch im Stehen befördert werden. Es sind sogar mehr Steh- als Sitzplätze vorgesehen. So darf ein Zehn-Meter-Standardlinienbus mit 31 Sitzplätzen noch 54 Personen stehend befördern.

 Jeder Bus wird vor der Zulassung vom TÜV abgenommen, wobei auch die zulässige Anzahl von Sitz- und Stehplätzen festgelegt wird. Diese Transportkapazität wird in die Fahrzeugpapiere eingetragen und darf nicht überschritten werden.

 „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn alle Schüler einen Sitzplatz hätten“, sagt Klaus Heimann, Erster Kreisrat und Pressesprecher des Landkreises. „Aber das würde die Kosten für die Schülerbeförderung verdoppeln.“ Eine Sitzplatzgarantie könnte nur geschaffen werden, wenn der Gesetzgeber das wünsche und die gesetzlichen Grundlagen schüfe

 Aus der Sicht der Eltern und auch aus Sicht der Polizei oder des ADAC wäre das wünschenswert, dass jedes Kind einen Sitzplatz hätte. Häufigste Kritikpunkte: Die Kleinen leiden am meisten. Auf ihrem Rücken wird das Gedrängel ausgetragen. Denn im Geschubse an Haltestellen und im Kampf um die Sitzplätze zählt das Recht des Stärkeren. Zudem können die Kleinen auch oft nicht die Haltegriffe erreichen. Bei einer Vollbremsung könnte dies sehr gefährlich werden.

 Trotzdem: Nur vier Prozent aller Schulwegunfälle entfallen auf Busse, 80 Prozent davon passieren nach dem Aussteigen. Die häufigsten Unfallursachen auf dem Schulweg sind Fahrrad, Fußweg und Mitfahrt im Pkw. „In den letzten zehn Jahren hat sich im Rahmen der Schülerbeförderung nur ein schwerer Unfall ereignet. Dabei hat sich ein Schüler den Knöchel verstaucht“, weist Ralf Mahnert, Leiter des Amtes für Schulen, Sport und Kultur beim Landkreis, auf die Sicherheit der Schülerbusbeförderung hin.

 Um das Busfahren noch sicherer zu machen, appelliert Mahnert auch auf Rücksichtnahme gegenüber Mitschülern und weist gleichzeitig auf richtiges Verhalten im Schulbus hin. Schüler, die mit dem Bus fahren, sollten vor dem Einsteigen die Schultaschen vom Rücken nehmen und im Falle eines Stehplatzes den Schulranzen zwischen die Füße nehmen sowie sich einen Haltegriff suchen. Beim Einsteigen in einer Reihe anstehen und nicht drängeln, erst aussteigen lassen, dann einsteigen. Im Bus aufrücken, keine Sitzplätze für andere frei halten.

 Busunternehmen und Schulen bieten besonders Erstklässlern die Gelegenheit, das Transportmittel Schulbus durch spezielle Informationsveranstaltungen kennenzulernen. Lehreraufsicht an den Bushaltestellen und Schülerscouts, die zur Sicherheit der Schüler mitfahren und Aufsichtsfunktion ausüben, sollen helfen, das Unfallrisiko weiter zu reduzieren.

 Zu Fragen des Anspruchs auf kostenlose Schülerbeförderung geben beim Landkreis Schaumburg Gudrun Holstein, (05721) 703316, und Anja Schulte, (05721) 703315, Auskunft. Über rechtliche Fragen zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), aber auch zu Fahrplänen oder Regionaltarifen des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH) informiert Knut Utech, (05721) 703359. peb

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