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Keine Solovorstellung

Erste-Hilfe-Ausbildung Keine Solovorstellung

Die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung durch das DRK, zum Beispiel in Betrieben oder zum Erwerb des Führerscheins, ist neu gestaltet worden. Das Konzept gilt ab dem 1. April. 

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In den Räumen der Schaumburger Nachrichten demonstrieren Volontär Jan Schaumburg (von links), der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Bernd Koller, und Günter Klos gemeinsam eine Wiederbelebung. Das Trio zeigt auf: Niemand ist allein. 

Quelle: sk

Landkreis. Mit zu viel Theorie und zu vielen Themen, die später im Kopf nicht mehr präsent sind, sei bislang die Grundausbildung in Erster Hilfe überfrachtet gewesen, erklärte der Ausbildungsbeauftragte des DRK Kreisverbandes Schaumburg, Günter Klos, im Gespräch mit dieser Zeitung. Das nicht mehr abrufbare Wissen habe so manchen potenziellen Ersthelfer im Ernstfall verunsichert und eher vom Tun abgehalten. Darum gelte demnächst in der Ausbildung: „Alles, was man eh vergisst, bleibt von vornherein weg.“

Der Verzicht auf zu hohe Detailgenauigkeit und überflüssige medizinische Informationen, dazu eine didaktische Optimierung ermöglichen eine zeitliche Verkürzung der Ausbildung: Der Erste-Hilfe-Grundlehrgang, zum Beispiel für Ersthelfer in Betrieben, wird von 16 Unterrichtseinheiten je 45 Minuten auf neun reduziert. Ausgenommen sind hier unter anderem Feuerwehr und THW. Eine Unterrichtseinheit mehr, jetzt neun, gibt es hingegen für den Kurs Lebensrettende Sofortmaßnahmen, den Führerscheinaspiraten nachweisen müssen, an dem aber jedermann teilnehmen kann. Für die Revision der Lehrgänge haben sich sowohl Unfallversicherungsträger als auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe ausgesprochen.
Angst vorm Helfen komme laut Klos außerdem durch das Empfinden auf, allein in der Situation zu stehen. Zudem werde befürchtet, Fehler zu machen, für die man eventuell später zur Verantwortung gezogen werde. Hilfe im Team heißt die Lösung, die Verantwortung teilen.

Lehrgangsteilnehmer lernen nun beim ersten Treffen, sich in einer Gruppe zu engagieren. Fast immer, so Klos, seien im Ernstfall Menschen in der Nähe, die man zur Mithilfe animieren könne. „Niemand ist allein“, gab der Ausbilder als Parole aus und bekräftigte: „Man muss nichts alleine stemmen.“

Als großen Umschwung in der Erste Hilfe-Ausbildung wertet der DRK-Mann das neue Ausbildungskonzept. Unter anderem gebe es keinen Frontalunterricht mehr. Und Handgriffe werden nicht mehr vielfach vorexerziert. Vielmehr treten die Lehrgangsteilnehmer schnell selbst in Aktion, probieren nach ihrem eigenen Gefühl die Sache aus und werden nur bei groben „Schnitzern“ korrigiert. Gefragt sind keine perfekten Handgriffe mit lehrbuchhaften Abfolgen. Der Kern muss stimmen. Klos: „Sie müssen es so machen, wie sie es können. Man macht nichts falsch.“ Ersthelfer, betonte Klos, seien keine ausgebildeten Sanitäter oder Ärzte. Und es gelte: Jede schlichte Hilfe ist in einer lebensbedrohlichen Situation besser als gar keine.

Das DRK ist für die Erste- Hilfe-Ausbildung auditiert und leistet im Landkreis insgesamt 3000 Ausbildungen im Jahr, derzeit in Obernkirchen, Rinteln, Sachsenhagen und Rodenberg.

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