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Aus dem Landkreis Keine Zeit für Zickenkrieg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Keine Zeit für Zickenkrieg
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00:26 03.12.2014
Früher steckten Frauen in Rinteln Verbindungen mit dem Telefon per Hand. Quelle: pr.
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Landkreis (mak)

Lutter redet gern über die Zeit im Fernmeldeamt und erinnert sich an viele Dinge im Detail. „In Rinteln verfügten wir über sieben Fernschränke und zwei Auskunftsplätze. Dort wurde den Anrufern Auskunft über Telefonnummern und Namen aus anderen Ortsnetzen geben“, sagt Lutter. Das war für die sogenannten „Drahtamseln“ kein Problem, schließlich verfügten die Damen im Fernmeldeamt über sämtliche Telefonbücher.

Zusätzlich waren an jedem Fernschrank sechs Uhren, vier Leitungen und ein Rufhebel installiert. „An jedem zweiten Platz waren außerdem 20 Lampen, mit denen wir kontrollieren konnten, ob die Teilnehmer noch in der Leitung sind.“ Leuchtete eine Lampe auf, war das Gespräch in der entsprechenden Leitung beendet. Dann konnte eine weitere Fachkraft die Gebühren auswerten.

Die Arbeit war bei insgesamt 20 Frauen nicht immer leicht: „Die Verbindung war ja damals nicht so gut wie heute und man musste oft sehr laut sprechen.“ Raum für Streit oder Zickereien gab es jedoch nicht. „Wir haben uns alle sehr gut verstanden“.

Betreut wurde das Amt in Rinteln unter anderem von Ernst Knake (73) aus Hespe. „Auch in Stadthagen gab es ein Amt mit vielen fleißigen ,Fräuleins vom Amt‘“, erinnert sich der ehemalige technische Fernmeldeinspektor. Das Amt in Stadthagen schloss nach Angaben von Knake bereits Ende der fünfziger Jahre seine Türen. „Zum Schluss waren noch etwa acht bis zwölf Damen vor Ort“.

Der handvermittelte Dienst erstreckte sich zum Schluss nur noch auf die Fernebene. Bis 1971 war Liselotte Lutter noch in der Telegrafieabteilung eingestellt. 1976 fand in Engern das letzte Fernamtstreffen der ehemaligen Rintelner Drahtamseln statt.

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