Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Keine Zeit für Zickenkrieg

Landkreis / Geschichten aus dem Fernmeldeamt Keine Zeit für Zickenkrieg

1962 hat das Fernmeldeamt in Rinteln seine Türen geschlossen. Liselotte Lutter (85) aus Bremke im Extertal war bis zum Schluss dabei. Die Erinnerungen erfüllen die ältere Dame noch immer mit Freude.

Voriger Artikel
"Wir ticken bloß anders"
Nächster Artikel
Austausch erwünscht

Früher steckten Frauen in Rinteln Verbindungen mit dem Telefon per Hand.

Quelle: pr.

Landkreis (mak). Lutter redet gern über die Zeit im Fernmeldeamt und erinnert sich an viele Dinge im Detail. „In Rinteln verfügten wir über sieben Fernschränke und zwei Auskunftsplätze. Dort wurde den Anrufern Auskunft über Telefonnummern und Namen aus anderen Ortsnetzen geben“, sagt Lutter. Das war für die sogenannten „Drahtamseln“ kein Problem, schließlich verfügten die Damen im Fernmeldeamt über sämtliche Telefonbücher.

Zusätzlich waren an jedem Fernschrank sechs Uhren, vier Leitungen und ein Rufhebel installiert. „An jedem zweiten Platz waren außerdem 20 Lampen, mit denen wir kontrollieren konnten, ob die Teilnehmer noch in der Leitung sind.“ Leuchtete eine Lampe auf, war das Gespräch in der entsprechenden Leitung beendet. Dann konnte eine weitere Fachkraft die Gebühren auswerten.

Die Arbeit war bei insgesamt 20 Frauen nicht immer leicht: „Die Verbindung war ja damals nicht so gut wie heute und man musste oft sehr laut sprechen.“ Raum für Streit oder Zickereien gab es jedoch nicht. „Wir haben uns alle sehr gut verstanden“.

Betreut wurde das Amt in Rinteln unter anderem von Ernst Knake (73) aus Hespe. „Auch in Stadthagen gab es ein Amt mit vielen fleißigen ,Fräuleins vom Amt‘“, erinnert sich der ehemalige technische Fernmeldeinspektor. Das Amt in Stadthagen schloss nach Angaben von Knake bereits Ende der fünfziger Jahre seine Türen. „Zum Schluss waren noch etwa acht bis zwölf Damen vor Ort“.

Der handvermittelte Dienst erstreckte sich zum Schluss nur noch auf die Fernebene. Bis 1971 war Liselotte Lutter noch in der Telegrafieabteilung eingestellt. 1976 fand in Engern das letzte Fernamtstreffen der ehemaligen Rintelner Drahtamseln statt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg