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Kette von Schicksalsschlägen

SN-Weihnachtshilfe Kette von Schicksalsschlägen

Der Kosmetiksalon ist eingerichtet, das Geschäft läuft, der Kundenstamm von Brigitte F. wächst, doch von einer Sekunde auf die andere zerplatzt der Traum von der Selbstständigkeit: Mitten in ihrem Lokal erleidet die junge Frau vor vier Jahren eine Hirnblutung und Schlaganfälle, muss mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden und nur durch eine Notoperation kann die damals 34-Jährige gerettet werden.

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Mithilfe von Zetteln und kleinen Aufgaben will Brigitte F. ihre Konzentrationsfähigkeit und ihr Erinnerungsvermögen trainieren. Die junge Frau hat vor vier Jahren eine Hirnblutung erlitten und wochenlang im Koma gelegen.

Quelle: rg

Landkreis. Die folgenden Wochen liegt die junge Frau im Koma. Als sie erwacht, ist eine Körperseite weitestgehend gelähmt, die Ärzte erklären ihrer geschockten Mutter Dörte F., dass ihre Tochter wohl nie wieder sprechen kann. Doch durch intensive Reha-Maßnahmen und mit ihrem unbändigen Willen kämpft sich die junge Frau Stück für Stück ins Leben zurück. Als Kosmetikerin kann Brigitte F. jedoch nicht mehr arbeiten. „In meinem Beruf und in meinem Laden war ich sehr glücklich“, blickt die heute 38-Jährige auf die unbeschwerte Zeit zurück.

Die junge Frau muss ihren neu eingerichteten Kosmetiksalon aufgeben, schlittert schließlich in die Privatinsolvenz und bezieht Arbeitslosengeld II. Doch auch von diesem Schicksalsschlag lässt sie sich nicht entmutigen, setzt ihren Weg unbeirrt fort. Ihre Mutter unterstützt sie dabei, indem sie ihr immer wieder kleine Aufgaben stellt, damit sie ihr Gedächtnis, ihre Konzentrationsfähigkeit und ihr Erinnerungsvermögen trainiert. So hängt über dem Bett der 38-Jährigen eine Schnur mit kleinen Zetteln, auf denen die Aufgaben stehen.

Doch auch körperlich will die 38-Jährige wieder so weit wie möglich Normalität: Sie kauft sich ein Laufband, um ihre Koordination und Motorik zu verbessern, stottert den notwendigen Betrag in kleinen Raten ab.

Viel Geld haben Mutter und Tochter nicht, da Dörte F. aufgrund einer Krebserkrankung Frührentnerin ist. Ihre kleine Rente reicht nur für das Nötigste, zumal sie sich immer wieder langwierigen Behandlungen wie etwa Chemotherapien unterziehen muss. Der Vater der jungen Frau kann ihr auch nicht helfen, er ist schwer psychisch erkrankt, öfter in stationärer Behandlung und ebenfalls Frührentner.

Brigitte F. und ihre Mutter Dörte ziehen schließlich aus Kostengründen um, doch das neue Domizil ist von Schwarzschimmel befallen, die Heizung und die sanitären Einrichtungen sind äußerst dürftig. Der Vermieter bietet ihnen die Renovierung und Sanierung des Hauses an, in der Zwischenzeit sollen Mutter und Tochter in einer anderen Wohnung des Mannes unterkommen.

Kaum haben die beiden ihr Übergangsquartier bezogen, ereilt Brigitte und Dörte F. der nächste Schicksalsschlag: Das Haus brennt nieder, die beiden Frauen verlieren fast ihre gesamte Habe, darunter auch die gerade abbezahlten Fitnessgeräte. „Ich bin früher viele Kilometer in der Woche gejoggt. Früher war ich normal, der Vergleich zu heute ist schrecklich“, sagt die junge Frau. Mittlerweile ist sie auf weniger als 40 Kilogramm abgemagert –bei einer Größe von 1,74 Metern.

Die neue Wohnung ist für Brigitte F. indessen ein Gefängnis. An der Treppe gibt es kein Geländer, sodass sie die vier Wände nicht verlassen kann. In der neuen Stadt fühlen sich die beiden Frauen auch nicht wohl, vieles ist für sie unbekannt, Behördengänge werden zu langwierigen Akten.

Einen großen Wunsch hat Brigitte F: Sie möchte wieder ein Laufband haben, um weiter ihre Motorik und ihre Koordination zu verbessern und Stück für Stück Normalität zu erreichen. Auch ein Stehfahrrad wünscht sich die 38-Jährige zu diesem Zweck. bes

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