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Kinderpornos: Caterer soll mehr zahlen

Schmerzensgeld Kinderpornos: Caterer soll mehr zahlen

Im Fall des Schaumburger Catering-Unternehmers, der seine Nachbarn unter anderem mit Kinderpornos terrorisiert haben soll, legt der Stadthäger Anwalt der Opfer jetzt nach.

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Quelle: Symbolfoto

Landkreis. Er fordert Schmerzensgeld, Auskunft über die E-Mail-Adressen, die der Caterer benutzt hat, und eine Unterlassungserklärung. Der Caterer hatte sich eigenen Angaben zufolge von dem Ehepaar wirtschaftlich geschädigt gefühlt, weil es sich bei der Verwaltung nach seiner Betriebserlaubnis erkundigt hatte. Die soll der Unternehmer sowohl bei Betriebszeiten als auch bei der Betriebsgröße überschritten haben. Unter anderem brach der Mann später in das Haus der Nachbarn ein, stahl den Laptop des Ehemannes und schickte ihn per Post zurück, nachdem er kinderpornografisches Material darauf abgespeichert hatte.

Rechtsanwalt fordert Schmerzensgeld

Wegen des Einbruchs ist inzwischen ein Strafbefehl vom Amtsgericht Bückeburg erlassen. Der Caterer muss 3000 Euro an die Aktion „Deutschland hilft“ zahlen und bekommt sechs Monate Haft zur Bewährung auf drei Jahre. Rechtsanwalt Reiner Wötzel und seinen Mandanten ist das zu wenig. Wötzel will 5500 Euro Schmerzensgeld. Die Ehefrau habe ärztlich bestätigte ernste gesundheitliche Schäden vor allem psychischer Natur erlitten, darunter eine Angststörung. So könne sie etwa nicht mehr allein im Dunkeln das Haus verlassen, um zur Garage zu gehen.

Weiterhin fordert der Anwalt Auskunft über die diversen E-Mail-Adressen, die der Caterer unter dem immer leicht veränderten Namen des Ehemannes angelegt hatte. Von diesen Adressen aus hatte der Caterer obskure Liebesschwüre geschrieben, weswegen das Paar zunächst an einen mutmaßlich gefährlichen und psychisch kranken Verehrer gedacht hatte.

„Wir wollen wissen, wen er von diesen Adressen aus womöglich noch angeschrieben hat“, erklärt Wötzel. Der Caterer sagt indes, er habe die Passwörter für die Adressen vergessen. Die Unterlassungserklärung bezieht sich auf die Behauptung, das Ehepaar habe dem Unternehmer mit Absicht wirtschaftlich geschadet.

Verteidiger des Caterers ist der Stadthäger Dietmar Weyland. Der Rechtsanwalt möchte sich noch nicht im Detail zu der neuen Entwicklung äußern. Allerdings gibt er zu verstehen, er halte Wötzels Schmerzensgeldforderung für „überzogen“.

Wegen des Besitzes und möglicherweise der Verbreitung von Kinderpornografie ermittel die Staatsanwaltschaft Hannover. Eine Anklage gibt es noch nicht. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei mehrere Datenträger mit Kinderpornografie bei dem Caterer gefunden.

Verbindung zu Bundespolizisten

Der Fall weist eine kuriose Verbindung zum Fall des Schaumburger Bundespolizisten auf, der in Verdacht gestanden hatte, am Hauptbahnhof Hannover Flüchtlinge misshandelt zu haben. Die Kinderpornografie auf dem Laptop des Ehemannes stammte von einer Festplatte, die dem Polizisten gehörte. Der Caterer will sie auf einer Schaumburger Müllkippe gefunden haben. jcp

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