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„Klar, dass er aus den eigenen Reihen kommt“

Brandstifter gefasst „Klar, dass er aus den eigenen Reihen kommt“

Der Brandstifter von Nienstädt ist ein Feuerwehrmann: Diese Nachricht sorgt in sozialen Netzwerken für negative Kommentare. Kreisfeuerwehr-Chef Klaus-Peter Grote nimmt dazu Stellung und betont: „Es ist nicht so, dass es in den Feuerwehren mehr Brandstifter gibt als in der restlichen Bevölkerung.“

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Nachdem der Brandstifter gefasst ist, muss sich die Feuerwehr in den sozialen Netzwerken viele Anfeindungen gefallen lassen.

Quelle: vin

Landkreis. Offensiv ist die Kreisfeuerwehr Schaumburg am Montag mit der Nachricht umgegangen, dass der Brandstifter von Nienstädt ein Feuerwehrmann ist. Wie berichtet, ist am Freitag ein 23-Jähriger festgenommen worden, der bereits gestanden haben soll, für mehrere der 13 Brände verantwortlich zu sein. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Wehr die Pressemitteilung der Polizei gepostet. Man werde das Geschehen in allen Ortswehren thematisieren, sagt Kreisfeuerwehr-Chef Klaus-Peter Grote im SN-Gespräch.

Kommentare entbehren jeglicher Grundlage

Mit negativen Kommentaren in den sozialen Netzwerken habe er gerechnet, so Grote. Unbeantwortet lassen wolle er Sätze wie: „wieder einer von der Feuerwehr“, „war klar, dass er aus den eigenen Reihen kommt“ oder „Feuerwehr=potenzielle Brandstifter“ jedoch nicht. „Mit solchen oder ähnlichen Schlagworten müssen wir uns immer wieder, gerade jetzt, auseinandersetzen.“ Aus seiner Sicht entbehrten sie jeglicher Grundlage.

Um dies zu belegen, hat die Kreiswehr einen Artikel auf ihrer Facebook-Seite verlinkt, in dem der Brandexperte und Kriminologe Frank Dieter Stolt zitiert wird. Die Ergebnisse seiner Forschungen zeigten, dass Feuerwehrmänner seltener zur Brandstiftung neigten als andere Menschen. Auf rund 1,3 Millionen freiwillige Feuermänner und -frauen in Deutschland kämen jährlich ungefähr 40 Brandstifter bei der Feuerwehr.

„Man kann den Leuten nur vor den Kopf gucken“, bittet Grote um Verständnis. Die betreffende Feuerwehr habe „fast nie die Chance, Ansätze frühzeitig zu erkennen, da die Täter meist unauffällig agieren, ja, eigentlich voll in die Feuerwehr integriert sind. Und wir sind keine ausgebildeten Psychologen“. Auch das Umfeld des mutmaßlichen Nienstädter Brandstifters – der fest im Leben stand, beruflich gut gestellt und in einer festen Beziehung war – sei laut Grote vollkommen überrascht.

Feuerwehren den Rücken stärken

Sicherlich seien diese Ereignisse für die Wehren immer ein enormer Imageschaden. Umso wichtiger sei jetzt das geschlossene Erscheinungsbild nach außen: „Wir müssen den betreffenden Feuerwehren den Rücken stärken.“ Die Freiwilligen dürften sich die erfolgreiche Arbeit in allen Abteilungen durch solche Täter – „ich vermeide hier das Wort Kameraden bewusst, denn das sind keine“ – nicht zerstören lassen.

Grundsätzlich habe er schon das Gefühl, dass die Arbeit der Freiwilligen anerkannt werde, so Grote. Viele Facebook-Kommentare gingen auch in diese Richtung: „Weiter so“ und „Ihr macht gute Arbeit“. Ein Nutzer schreibt: „Es ist bedauerlich, dass der Ruf der Feuerwehr durch einzelne Personen leidet. Dieses Ehrenamt bekommt in der Regel sehr viel Wertschätzung und die Kameraden stecken ihre ganze Kraft und viel Zeit in dieses teilweise gefährliche Hobby.“ col

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