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Kleine Plagegeister oder ein Naturschauspiel?

Landkreis / Maikäfer Kleine Plagegeister oder ein Naturschauspiel?

Viele Kinder kennen sie heute nur noch als Schoko-Exemplare. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Maikäfer hierzulande jedoch sehr weit verbreitetet. Da die Tierchen in großer Zahl verheerende Schäden an Laub- und Obstbäumen angerichtet haben, wurden ab den fünfziger Jahren Maikäfer mit Hilfe von Chemikalien massiv bekämpft. Folglich sind die Insekten mittlerweile recht selten geworden. Um so erfreulicher ist die Tatsache, dass es die Käfer in Schaumburg wieder gibt. Die Entdeckung machte Ilona Fischer aus Kirchhorsten.

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Es gibt sie wieder: Maikäfer in Schaumburg. So viele, dass sie den Bäumen gefährlich werden könnten, sind es aber nicht. © pr.

Landkreis (par, fme). „Seit fünf Jahren habe ich hier keinen Maikäfer mehr gesehen, nun tummeln sich gleich etwa 15 Stück auf unserer Terrasse“, berichtet sie. Obwohl sie sich als Kind vor den Insekten geekelt habe, war der Anblick der etwa 2,5 Zentimeter großen Käfer für Fischer trotzdem „irgendwie niedlich und faszinierend". „Die musste ich einfach fotografieren“, erzählt sie weiter.

Allgemein wird eine hitzige Debatte darüber geführt, ob die Krabbler ein Naturschauspiel sind oder doch eher eine Plage. Für Forstleute haben Maikäfer nichts Romantisches. Die hungrigen braunen Brummer fressen vor allem Eichen und Buchen kahl. Wenn dort nichts mehr zu holen ist, weichen sie auf andere Laub- und Nadelbäume aus. Sogar die Nadeln spitzer Kiefern werden nicht verschmäht.

Viel schlimmer sind jedoch die Schäden unter der Erde: Sie machen sich auch über die Feinwurzeln der Bäume her und unterbrechen damit den Nährstofftransport. Die Bäume sterben schließlich ab. Insbesondere in Südhessen und Baden-Württemberg, wo die Maikäfer-Populationen nach wie vor verhältnismäßig hoch sind, wissen die Betroffenen ein Lied von den kleinen Plagegeistern zu singen.

Im Landkreis Schaumburg sieht es derzeit anders aus. „Nachdem er eine Zeit lang eher selten zu beobachten war, ist er nun wieder regelmäßig und kontinuierlich zu sehen. Die Population ist jedoch noch deutlich unter der Schadensschwelle“, erklärt Lothar Seidel vom Kreisforstamt Spießingshol.

Was nur die wenigsten wissen, ist, dass der Maikäfer in früheren Jahren für unterschiedliche Zwecke verwendet wurde. Bereits in den 20er Jahren entdeckte man, dass durch Auskochen oder Auspressen der Tiere Öl gewonnen werden konnte, das als Wagenschmiere oder bei der Seifenbereitung verwendet wurde. Größter Beliebtheit erfreuten sie sich auch bei denjenigen, die sie verzuckert und in Tafeln kandiert zum Nachtisch oder als kleine Nascherei für zwischendurch aßen. Ob als Plage für die Bäume, Naturschauspiel für die Schaumburger oder Nascherei für zwischendurch – der Maikäfer ist alles andere als unumstritten.

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