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Klinikum-Umzug verzögert sich

Neuer Termin im April Klinikum-Umzug verzögert sich

Das neue Klinikum Schaumburg in Vehlen wird seinen Betrieb ein Vierteljahr später aufnehmen als bislang geplant – nämlich erst Anfang April 2017. Das hat die Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft (KPG) Dienstag mitgeteilt.

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Geht später in Betrieb: das neue Klinikum Schaumburg.

Quelle: mak

Landkreis. Bisher war als Termin des Umzugs der Jahreswechsel 2016/17 angegeben worden. Das Gebäude des neuen Klinikums wird nach Darstellung der KPG zwar bereits bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. „Allerdings können notwendige Maßnahmen zur Inbetriebnahme erst nach der baulichen Fertigstellung erfolgen“, heißt es in einer Mitteilung. Unter Inbetriebnahme sei unter anderem „die Abnahme der technischen und hygienischen Betriebsfähigkeit“ zu verstehen. Dafür sei „ganz bewusst ein zeitlicher Sicherheitspuffer eingeplant“ worden, um „von Beginn an einen reibungslosen Start und somit eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten“.

Die technische Abnahme eines Krankenhauses gilt als aufwändiger Prozess. So müssen beispielsweise die Luftfiltersysteme für alle neun Operationssäle einzelnen Prüfungen unterzogen werden.

Budget wird nicht überschritten

Auf Nachfrage versicherte die KPG-Geschäftsführung, das Budget von 130 Millionen Euro an Baukosten werde trotz der Verzögerung nicht überschritten. Die Geschäftsführung habe mit der Kreisverwaltung abgestimmt, dass das Kreiskrankenhaus Stadthagen noch bis zum Sommer genutzt werden kann, „denn in der Tat brauchen wir drei Monate für den sogenannten Nachumzug“. Das Kreiskrankenhaus Rinteln hat bereits den „Vorumzug“ nach Bückeburg vollzogen, sodass diese Immobilie dem Landkreis jetzt schon zur Nachnutzung zur Verfügung stehe.

Eine darüber hinaus gehende Stellungnahme wollte KPG-Geschäftsführer Achim Rogge gestern nicht abgeben. Er verwies stattdessen auf eine für kommenden Montag terminierte Pressekonferenz zusammen mit dem Geschäftsführer der mit der Umsetzung des Projektes beauftragten „Temak Projektmanagement- und Projektsteuerungs GmbH“.

Die Belegschaft der Krankenhäuser ist gestern Morgen von der KPG-Geschäftsführung über die Terminverschiebung informiert worden. „Für uns kommt es überraschend, dass sich das so weit verzögert“, kommentierte Gabriele Walz, Mitglied der Verdi-Betriebsgruppe und des Klinikum-Personalrats. Für die Mitarbeiter stelle sich nun die Frage, bei wem sie in der Zeit von Januar bis März angestellt sein werden – wie bisher beim Landkreis oder schon bei der künftigen Betreibergesellschaft. Die Belegschaft habe das Interesse, so lange wie möglich beim Landkreis beschäftigt zu sein, fügte Walz hinzu.

Bau gehe trotzdem schnell voran

Landrat Jörg Farr bedauerte die Verzögerung auf Anfrage zwar, hob aber hervor: „Ein Bauwerk dieser Größenordnung und mit diesen hochkomplexen technischen Anforderungen in weniger als drei Jahren zu realisieren, ist immer noch sehr schnell.“ Die Bauzeit eines vergleichbaren Projektes, des Siloah-Krankenhauses in Hannover, habe vier Jahre betragen. Farr berichtete auf Nachfrage, mit dem Agaplesion-Konzern als Betreiber des Klinikums gebe es derzeit Gespräche darüber, wer die für den Zeitraum von Januar bis März zu erwartenden Defizite der Krankenhäuser in Stadthagen und Rinteln tragen soll.

Beide Seiten streben laut Farr eine Betriebsübergabe schon zum Jahreswechsel „unabhängig vom tatsächlichen Umzug“ an. Von da an wäre der Landkreis von einer Defizitabdeckung befreit. Dem müssten freilich politische Gremien sowie beteiligte Dritte, etwa Versorgungskassen, zustimmen. ssr/mf

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