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Kommunalpolitischer Dauerläufer

40 Jahre - 40 Köpfe: Der SN-Rückblick Kommunalpolitischer Dauerläufer

Die Schaumburger Nachrichten haben vor 40 Jahren vom Einzug des jungen Werner Vehling in den Kreistag berichtet. Dabei wiesen die SN darauf hin, dass der damals 35-jährige Hesper in seiner Heimatgemeinde schon reichlich kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hatte: Er war bereits seit einiger Zeit der kreisweit jüngste Bürgermeister.

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Der damalige Landrat Werner Vehling (links) 1991 beim Tag der Niedersachsen in Rinteln mit Ministerpräsident Gerhard Schröder an der Drehorgel von Karl Koller. 

Quelle: pr.

 

Landkreis. Der gebürtige Hesper ist ein außergewöhnlicher kommunalpolitischer Dauerläufer: Seit 41 Jahren fungiert er als Hesper Bürgermeister, im Gemeinderat arbeitet er gar seit 47 Jahren mit. Seit fast vier Jahrzehnten sitzt er zudem im Nienstädter Samtgemeinderat und im Kreistag, dessen Sitzungen er bis heute als Vorsitzender leitet. Zwölf Jahre lang, von 1986 bis 1998, war er Schaumburger Landrat.

Was ist seine Motivation für dieses langanhaltende Engagement? „Es übt für mich einen wahnsinnigen Reiz aus, für die Öffentlichkeit etwas bewegen zu können“, antwortet Vehling. Dazu gehöre für ihn immer auch der Versuch, „bei Bürgern das Bewusstsein zu schaffen, dass alle Teil des Gemeinwesens sind und sie daran mitwirken sollten“. Das gelinge natürlich nicht bei allen, räumt Vehling ein und setzt hinzu: „Wenn ich hier und da mit allzu hohem Anspruchsdenken von Bürgern konfrontiert werde, kann mich das auch schon mal ankotzen.“

„Ich wollte den Ort gewaltig voranbringen“, erinnert sich Vehling an den Start seiner Tätigkeit als Bürgermeister. Einen Strukturplan habe er damals vorgelegt, wie Hespe im Jahr 2000 aussehen soll. „Was du wohl hast, du junger Bengel“, sei ihm damals viel Skepsis entgegen geschlagen. Eine seiner Devisen: „Das Dorf muss größer werden.“ Wenn genügend Infrastruktur vorhanden sein soll, „dann braucht man eine gewisse Gemeindegröße.“ Das sei gelungen, seit 1974 ist die Einwohnerzahl um 50 Prozent geklettert. 19 Bebauungspläne für Neubaugebiete seien dafür erforderlich gewesen.

Vieles sei erreicht in seiner Amtszeit, „was mich durchaus stolz macht“. Eine Turnhalle ist errichtet worden und ein Gemeindehaus, es gibt einen vorzeigbaren Sportplatz mit Sporthaus, einen funktionierenden Kindergarten, ein Einkaufsmarkt konnte vor Ort angesiedelt werden. Beim Ausbau des Mittellandkanals wurden Brücken im Sinne der Hesper Interessen verändert. „Vieles haben wir nur erreicht“, würdigt Vehling, „weil die Bürger kräftig mitgeholfen haben.“ Und: Alles sei geschafft worden, ohne Schulden zu machen. „Wir geben nur das Geld aus, das wir haben“, sei seit jeher sein eisernes Motto, betont Vehling.

Hauptberuflich als Bauingenieur beim Landkreis Minden-Lübbecke angestellt, halfen Vehling die daraus gewonnenen Erfahrungen bei vielem, was er als Kommunalpolitiker anfasste.

Natürlich habe es auch Frust gegeben. So als er mit dem Ansinnen, für drei Ortswehren ein gemeinsames Gerätehaus einzurichten, „am Kirchturmdenken der Beteiligten scheiterte, das hat mich wahnsinnig geärgert“. Gleichwohl habe er die ganzen Jahrzehnte über nie ans Aufhören gedacht. Ob er bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal antrete, das lasse er momentan noch völlig offen, setzt der 73-Jährige hinzu.

In seine Zeit als Landrat sei „die schwierige Aufgabe, Linie in die Schaumburger Abfallwirtschaft zu bringen“, gefallen. Und „der haarige Prozess, die erste IGS im Landkreis zu gründen“. Beides sei zum guten Ende geführt worden. Den damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder habe er zu dieser Zeit in Verhandlungen zur Finanzausstattung der Kommunen „als alten Fuchs kennengelernt“.

Ausgleich gefunden hat der dreifache Vater und zweifache Opa Vehling über all die Jahre vor allem durch den Sport. Fußball und Tischtennis hat er aktiv gespielt. Doch auch heute bleibt er in Bewegung: „Jahr für Jahr mache ich mein Sportabzeichen.“     ssr

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