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Kontrollgang durch die Küche

Landkreis Kontrollgang durch die Küche

Seit kürzlich in Bayern zwei Großbäckereien insolvent gegangen sind, ist ein Berufsstand wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt: die Lebensmittelkontrolleure.

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Saubermann: Kontrolleur Willi Ehlerding überprüft einen Kühlschrank samt Inhalt.

Quelle: jcp

Landkreis (jcp). In Schaumburg ist es Aufgabe des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Gastronomiebetriebe und lebensmittelproduzierende Unternehmen zu überprüfen. Unter der Leitung von Iris Heinrich ziehen vom Amtssitz in Bückeburg aus täglich vier Kontrolleure aus, um die ihnen zugeteilten jeweils rund 800 Betriebe unter die Lupe zu nehmen - selbstverständlich nicht alle auf einmal.

Ein Datenbanksystem errechnet aus zehn abzuhakenden Bereichen fällige Prüftermine. „Stimmt“ alles, schlägt der Computer zum Beispiel vor, das Unternehmen in etwa einem Jahr wieder zu besuchen.

„Wir kommen aber immer wieder auf den gesunden Menschenverstand zurück“, sagt Kontrolleur Willi Ehlerding. Eine ausgefallene Kühlanlage etwa wäre nur ein Negativpunkt in einem Bereich. Wenn die restlichen neun mit einem zufriedenstellenden Ergebnis eingetragen werden, errechnet der Computer den Durchschnitt und die nächste empfohlene Kontrolle liegt entsprechend Monate in der Zukunft. Bei einem derart gravierenden Fall aber lässt Ehlerding den Computer Computer sein. „Da stehe ich schon am nächsten Tag wieder auf der Matte“, erklärt er.

Ehlerding ist gelernter Konditor und hat eine zweijährige Zusatzausbildung zum Lebensmittelkontrolleur durchlaufen. Seit 1986 sorgt er dafür, dass Schaumburger bedenkenlos essen können, was auf den Tisch kommt. Ein paar Horroszenarien hat der stets unangemeldet vor der Tür stehende Kontrolleur dabei schon erlebt: Maden, Mäuseköttel, Kakerlaken, im Fleisch, in der Backstube, auf dem Küchenfußboden.

„Aber das sind Extremfälle“, sagt Ehlerding. Nachlässige Hygiene komme meist in Betrieben vor, denen es entweder wirtschaftlich nicht gut ginge oder deren Besitzer kurz vor der Rente stünden und es entsprechend „ruhig angehen“ ließen. Schwierigkeiten hätten häufig auch branchenfremde Gastronomen, zum Beispiel ein Maurer, der sich nach zwanzig Jahren in seinem gelernten Beruf als Kneipier probieren möchte. „Denen stehen wir aber bereits vor der Betriebsaufnahme mit Rat zur Seite“, sagt Ehlerding. „Ich hab‘ ja keinen Spaß daran, irgendwem das Geschäft zu versauen.“

„Denen kann man nichts verschönern“

Die 18 Bäckereibetriebe im Landkreis werden nach Angaben von Dieter Pesalla, Obermeister der Bäckerei-Innung Schaumburg, regelmäßig von drei verschiedenen Kontrolleuren in Augenschein genommen. „Sie kommen immer ohne Voranmeldung“, betonte er, denn nur so sei gewährleistet, einen authentischen Eindruck vom Arbeitsalltag der Angestellten und der Einhaltung der Hygienevorschriften zu bekommen. „Denen kann man nichts verschönern.“

Dabei wird Pesallas Auskunft zufolge sowohl in den Backstuben als auch in den Geschäftsräumen genau hingeschaut, ob alle Richtlinien eingehalten werden. „Es bleibt nicht nur bei der Kontrolle. Auch Waren werden mitgenommen und auf Inhaltsstoffe geprüft“, sagte der Obermeister. Ebenfalls wird auf die korrekte Auszeichnung Wert gelegt.

Einen Fall von grober Missachtung der geltenden Hygienebestimmungen in den Schaumburger Bäckereibetrieben ist ihm nicht in Erinnerung. „Das sind höchstens mal kleine Sachen, die den Kontrolleuren auffallen, die schnell zu beheben sind.“ par

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