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Krankenhaus: Patienten sehen Mängel bei Sauberkeit

Zufriedenheitsvergleich Krankenhaus: Patienten sehen Mängel bei Sauberkeit

Kaum einer geht gern ins Krankenhaus. Viele fürchten sich vor Operationen. Da hilft es, wenn man im Vorfeld Gutes über die Klinik hört. In Schaumburg kann das nicht jede Einrichtung von sich behaupten.

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Landkreis. Das Kreiskrankenhaus Stadthagen empfehlen gerade einmal 70 Prozent der Patienten ihren Freunden. Das geht aus einer Bewertung des Portals „Weiße Liste“ der Bertelsmann Stiftung hervor. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 82 Prozent.

 Mit der ärztlichen Versorgung sind die Stadthäger recht zufrieden – 77 Prozent fühlten sich im vergangenen Jahr medizinisch gut betreut. Der Umgang der Ärzte mit den Patienten schneidet bei der Befragung mit 80 Prozent sogar richtig gut ab. Eher negativ werden aber die Sauberkeit im Krankenhaus (68 Prozent) und die Essensversorgung (66 Prozent) wahrgenommen. Insgesamt wurden 180 Patienten in Stadthagen befragt. Im benachbarten Bückeburg sieht es mit der Patientenzufriedenheit deutlich besser aus. Das Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Bethel liegt mit 82 Prozent genau im Bundesdurchschnitt. Am schlechtesten schneidet dort das Essen ab.

 Für eine Bewertung des Krankenhauses Rinteln liegen derzeit noch zu wenige Bewertungen vor. Das Mindener Johannes-Wesling-Klinikum liegt bei 77 Prozent, besonders schlecht hat die Sana-Klinik in Hameln abgeschnitten, wo nur 64 Prozent der Befragten das Krankenhaus empfehlen.

 Nina Bernard von der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg freut sich über das gute Abschneiden Bethels. „Unser Bestreben ist es, den besonderen ,Spirit von Bethel‘ in das neue Klinikum mitzunehmen“, sagt sie. Zurzeit erarbeiten deshalb rund 20 Arbeitsgruppen häuserübergreifend ein Organisationskonzept. Darin würden sowohl Arbeitsabläufe für Patientenströme und Warenverkehr als auch die Kernwerte von Agaplesion abgebildet.

 Die Aktionäre von Agaplesion sind kirchliche Einrichtungen. Dem Konzern gehört zu mehr als 50 Prozent die Projektgesellschaft, die die drei Schaumburger Kliniken in Rinteln, Bückeburg und Stadthagen zum Ende des Jahres ins Gesamtklinikum in der Vehlener Feldmark überführen soll. Die Stadthäger Ergebnisse möchte die Gesellschaft Bernard zufolge nicht kommentieren.

 Sana-Pressesprecherin Natalie Arnold zufolge nehme man die Prozentzahlen ernst. Allerdings schränkt sie ein: „Wir halten die Aussagekraft der Befragung aus Patientensicht für niedrig.“ Der Grund für die Skepsis liege in der Methodik der Umfrage. „Die AOK befragt fünfmal im Jahr einen Teil ihrer Versicherten zur Zufriedenheit mit ihrem Klinikaufenthalt. In den ausgewiesenen Gesamtergebnissen finden sich aber alle Ergebnisse der letzten 24 Monate, zusammengefasst in einer Zahl.“ Mit jeder neuen Befragung falle die älteste der Befragungen der vergangenen 24 Monate aus der Statistik. Zahlreiche Abteilungen würden aufgrund der niedrigen Zahl an Rückläufern überhaupt nicht bewertet.

 Arnold verweist auf den hauseigenen „Patientenzufriedenheitskompass“ der Klinik, in dem die Weiterempfehlungsquote mit 96 Prozent angegeben wird. Sana-Geschäftsführer Marco Kempka vermutet die Wahrheit „irgendwo in der Mitte“.

 Als Grundlage des Rankings, das es seit November 2011 gibt, dient eine fortlaufende bundesweite Patientenbefragung der Krankenkassen AOK und Barmer GEK. Im Laufe eines Jahres werden eine Million Versicherte zwei bis acht Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Er umfasst 15 Fragen zu Aspekten des Klinikaufenthalts. Die Befragung erfolgt anonym und ist unabhängig von der Erkrankung des Befragten. Bisher wurden im Rahmen der Befragung 4,1 Millionen Versicherte angeschrieben, 1,8 Millionen haben geantwortet.

 Gemeinsam mit Patienten- und Verbraucherorganisationen wie dem Sozialverband Deutschland macht die „Weiße Liste“ die verpflichtenden Qualitätsberichte zahlreicher Krankenhäuser zugänglich. Zu diesen Informationen kommen noch Patientenbefragungen hinzu. Die Bertelsmann Stiftung verweist auf wissenschaftliche Verlässlichkeit.

Von Jennifer Minke, Jan-Christoph Prüfer und Andreas Timphaus

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