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Aus dem Landkreis Kreis führt Flüchtlingsheime selbst
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kreis führt Flüchtlingsheime selbst
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00:29 02.10.2014
Quelle: pr.
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Von Stefan Rothe

Landkreis. Das soll nach den Worten von Sozialdezernent Klaus Heimann aus heutiger Sicht auch bei künftig noch einzurichtenden zusätzlichen Gemeinschaftsunterkünften so sein. Damit ist die hiesige Organisationsform eine grundsätzlich andere als bei den Flüchtlingsheimen in Burbach und Essen. In diesen privat betriebenen Einrichtungen war es wie berichtet zu schockierenden Übergriffen des von einem Sub-Unternehmen gestellten Wachpersonals auf Flüchtlinge gekommen.

„Dadurch, dass wir die Gemeinschaftsunterkünfte selbst betreiben, sind wir näher am Geschehen dran“, unterstrich Heimann. Das erachte er als Vorteil. Man habe die Abläufe so selbst in der Hand. Nicht zuletzt sei „das auch finanziell günstiger als einen Privaten zu beauftragen“, setzte der Dezernent hinzu.

Einen Sicherheitsdienst gibt es in den beiden Schaumburger Heimen nach Auskunft von Heimann nicht: „Das war bislang nicht erforderlich.“ Die Einrichtungen werden jeweils von einem Hausmeister und einem Sozialarbeiter mit Büro im Hause betreut. Eine Präsenz rund um die Uhr sei auf diese Weise allerdings nicht möglich, „das ist für uns nicht leistbar“.

Mit der Flüchtlings-Sozialarbeit ist im Schaumburger Land der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) beauftragt. Ausnahme: Das Heim in Rinteln wird im Auftrag der Kreisverwaltung von einem bei der Stadt Rinteln angestellten Sozialarbeiter betreut. Insgesamt gibt es nach Angaben von Heimann im Landkreis aktuell vier Flüchtlingsberater. Sollten weitere Gemeinschaftsunterkünfte hinzukommen, wie zu erwarten ist, „dann wird die Zahl der Sozialarbeiter aufgestockt, da kommen wir überhaupt nicht drumherum“, kündigte der Sozialdezernent an.

Im Rintelner Flüchtlingsheim, das schon seit vielen Jahren existiert, „hat es noch keine Vorfälle von Gewalt gegeben“, versicherte der dortige Sozialarbeiter Norbert Rose: „Es gibt schon mal interne Streitigkeiten, da ist es meine Aufgabe, diese frühzeitig zu schlichten, und das gelingt in der Regel auch.“ Heimann erläuterte dazu, Kreisverwaltung und Sozialarbeiter würden darauf achten, „dass nicht Nationalitäten zusammen einquartiert werden, die sich von vornherein nicht vertragen“.

Auch vor dem Hintergrund der Vorfälle in den großen Flüchtlingsheimen in Nordrhein-Westfalen vertritt der Landkreis laut Heimann verstärkt das Konzept der dezentralen Unterbringung. Dabei dienen die Heime für die Flüchtlinge nur als Übergangseinrichtung, bevor sie in Wohnungen unterkommen.

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