Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kreis springt weniger oft für säumige Unterhaltszahler ein

Weniger Kinder Kreis springt weniger oft für säumige Unterhaltszahler ein

Die Zahl der Fälle ist rückläufig, in denen der Landkreis für die Zahlung von Unterhalt einspringen muss. Die Verwaltung erklärt die Entwicklung mit der besseren konjunkturellen Lage und dem allgemeinen Rückgang der Kinderzahlen.

Voriger Artikel
Kein Blitzer an neu ausgebauter B65
Nächster Artikel
Kleiderkammern nehmen weiterhin Spenden an

Wer was zahlen muss, berechnet sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. 

Quelle: jcp

Landkreis. Haben 2015 noch 781 säumige Unterhaltszahler den Kreishaushalt belastet, sind es im laufenden Jahr bisher nur 740. Kreisrätin Katharina Augath geht davon, dass dieser Abwärtstrend auch in den kommenden Jahren anhalten wird.
 

„Das liegt unter anderem daran, dass es einfach weniger Kinder gibt“, sagt Augath. Thomas Bigalke ergänzt, auch die seit etwa vier Jahren besser laufende Konjunktur mache sich bemerkbar. Bigalke ist beim Jugendamt des Landkreises mit dem Thema Unterhaltsvorschuss betraut.
 

Er hat festgestellt: „Die Leute haben mehr Geld zur Verfügung und zahlen entsprechend freiwillig.“ Ein geringes Einkommen sei schließlich einer der wichtigsten Gründe, warum ein Vater oder eine Mutter – die sind es in sieben Prozent der Fälle – keinen Unterhalt zahlen.
 

„Manchmal gibt es gleich mehrere Kinder, für die der Betroffene zahlen muss“, berichtet Bigalke von seinen Erfahrungen. „Die Fahrtkosten zur Arbeit, Kredite, die man während der Ehe aufgenommen hat, für den Umzug in die Single-Wohnung muss ein fast komplett neuer Hausrat angeschafft werden, das kommt alles zusammen.“ Von Gesetzes wegen werde jedoch keiner der genannten Faktoren bei der Berechnung des Unterhaltes berücksichtigt.
 

Natürlich ergebe sich aber gelegentlich auch etwas, das Bigalke „böswilliges Machtspiel“ nennt. Und: „In Sachen Zahlungsmoral gibt es bei Frauen und Männern keinen Unterschied.“
 

Rund 30 Prozent der angeschriebenen Elternteile reagierten erst einmal gar nicht auf die Post vom Landkreis. Dann zahlen ein Drittel der Bund und zwei Drittel das Land, davon 20 Prozent die Kommunen. Die haben großes Interesse daran, sich das Geld vom Vater oder der Mutter zurückzuholen: Zahlen diese schließlich doch, darf der Landkreis zwei Drittel der Hilfe vom Bund behalten.
 

Was gezahlt wird, richtet sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Beispiel: Verdient der Elternteil zwischen 1901 Euro und 2300 Euro netto, müssen für ein Kind bis fünf Jahre 369 Euro gezahlt werden; wer zwischen 3501 Euro und 3900 Euro liegt, zahlt 456 Euro. Dann geht es nach dem Alter des Kindes gestaffelt weiter. Bei einem Nettoeinkommen über 5101 Euro wird „nach den Umständen des Falles“ entschieden.
 

Wichtig ist für Bigalke, die säumigen Väter und Mütter überhaupt erstmal ins Gespräch zu bekommen. Ist der Landkreis in Vorauszahlung gegangen, gebe es eigentlich immer Möglichkeiten, sich gemeinsam auf einen einhaltbaren Ratenplan für die Rückzahlung zu einigen. Schließlich werde niemandem einfach Böswilligkeit unterstellt. Beim Jugendamt sei man sich bewusst, dass „immer Schicksale dahinterstehen“. Bigalke: „Auf beiden Seiten.“

  jcp
 
 

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg