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Kritik am „Zins-Wahnsinn“

Volkswirt Ulrich Kater Kritik am „Zins-Wahnsinn“

Die provokative Frage „Zinslos glücklich?“ ist der Titel eines Vortrags gewesen, den Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, während der Börsennacht der Sparkasse Schaumburg gehalten hat.

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DekaBank Chefvolkswirt Ulrich Kater stellt die rhetorische Frage „Zinslos glücklich?“

Quelle: rg

Landkreis (ssr). Die Niedrigzinsphase werde noch viele Jahre andauern, prophezeite Kater. Denn das gelte ebenso für deren Ursache, die Staatsschuldenkrise, die auch mit Hilfe von Niedrigzinsen bekämpft werden solle. Zu kritisieren sei freilich, dass sich die Notenbanken darüber hinaus „neuerdings auch für das Ankurbeln der Wirtschaft zuständig fühlen“, was zum „Zins-Wahnsinn der Europäischen Zentralbank“ in Richtung Nullzinsen führe, formulierte der Chefvolkswirt.
Die Banken würden sich zwar bemühen, negative Zinsen zu vermeiden, gleichwohl lasse sich mit Sparkonten derzeit so gut wie kein Ertrag erzielen. Da der Zustand „zinslos glücklich“ aber wohl kaum sinnvoll sei, so Kater, stelle sich die Frage nach einer Alternative. Eine solche biete „die Welt der Wertpapiere, nur hier fließen heute noch Zinsen“. Die entscheidende Frage mit Blick auf Zinsen sei: „Ist der Anteil an Wertpapieren bei meinem Vermögen groß genug?“ Die Frage, in welche Papiere man wann und wo investiere, sei dabei „völlig nachrangig gegenüber der grundlegenden Entscheidung, überhaupt in den Wertpapiermarkt zu gehen“, postulierte Kater.
Der Volkswirt warnte allerdings vor übertriebenen Renditeerwartungen. „Zwischen einem und drei Prozent sind heute ein vernünftiger, angemessener Ertrag“, rechnete er vor und fügte hinzu: „Wer einem acht Prozent verspricht, da sollte man vorsichtig sein.“
Dass der DAX Mitte des Jahres zwischenzeitlich eingebrochen sei, könne hauptsächlich auf die schwächelnde chinesische Wirtschaft zurückgeführt werden. Hier sei die Börse Ausdruck der Sorge gewesen, dass es in China zu einem regelrechten ökonomischen Absturz kommt. Als sich herausgestellt habe, dass dies nicht passiert, sei der DAX wieder geklettert. Dieser sei in einer Bandbreite zwischen 10 000 und 12 000 Punkten fair bewertet, sagte Kater: „Mit dem aktuellen Börsenstand kann man zufrieden sein.“ Er sei für die kommenden Jahre zuversichtlich, „der Börsenstand passt zur erfolgreichen deutschen Wirtschaftsentwicklung“.
Diese werde durch die VW-Krise nicht negativ beeinflusst, bemerkte der Volkswirt. Denn was sich in dem Wolfsburger Konzern abgespielt habe, sei nicht symptomatisch für die deutsche Wirtschaft. Die Vorgänge würden keine gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen haben. 

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