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Aus dem Landkreis Kunden warten bis zu sechs Wochen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kunden warten bis zu sechs Wochen
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20:58 12.07.2018
Handwerker haben mit der Renovierung in Schulen während der Sommerferien alle Hände voll zu tun. Quelle: dpa
Landkreis

Im Landkreis kommen in den Sommerferien mehrere Faktoren zusammen, von denen der allgemeine Fachkräfte- und Nachwuchsmangel nur einer ist. Zum einen gönnt sich auch der eine oder andere Fliesenleger oder Tischler derzeit mal Urlaub, erklärt Fritz Pape. Die Arbeit verteile sich entsprechend auf weniger Leute, führt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft weiter aus. Besonders eng sei es etwa auch bei den Elektrikern.

Viele Kollegen seien derzeit zudem in den Schaumburger Schulen am Werk – wann sonst, wenn nicht in den Ferien? „Da hat sich der eine oder andere Reparaturstau gebildet“, sagt Pape.
Die Auslastung der hiesigen Betriebe liege im Moment über 100 Prozent. Die Nachfrage übersteige die Mitarbeiterzahlen mitunter deutlich. „Es wird auch wieder unter 100 Prozent gehen“, sagt Pape. „Aber irgendwann ist es vorbei.“

Es kämen nämlich auch zwei Langzeitaspekte hinzu, bei denen sich zumindest derzeit keine Besserung abzeichnet. Zum einen gibt es den Nachwuchs- und den unter anderem daraus resultierenden Facharbeitermangel. Handwerker werden steht bei vielen jungen Leuten nicht eben ganz oben auf der Liste mit Berufswünschen. Abitur und Studium gelten quasi als Norm.

Keine geregelte Nachfolge

Zum anderen gehen Unternehmer in den Ruhestand. 25 bis 30 Prozent der Schaumburger Handwerksbetriebe stünden in absehbarer Zeit ohne geregelte Nachfolge da, sagt Pape. Auch das sogenannte „Aufgehen“ in einem anderen Betrieb sei nicht selbstverständlich. Viele potenzielle Übernahme-Firmen scheuten den juristischen Aufwand. An Arbeitsplätzen gehe es im Landkreis in dieser Frage um „ungefähr zweimal Alcatel“.

Als Botschaft für junge Leute könnte man formulieren, dass sich für Existenzgründer im handwerklichen Bereich bald gute Chancen auftäten, so Pape. Bei der aktuellen Notsituation handele es sich somit um ein „heftiges Zusammenspiel“ der genannten Punkte. Das Ende der Ferien dürfte Linderung bringen. Pape rechnet mit „leichter Entspannung“ für den September. Wartezeit dann: Nur noch drei bis vier Wochen.  jcp