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Aus dem Landkreis Kurzfristig hui – langfristig pfui
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kurzfristig hui – langfristig pfui
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00:17 12.09.2016
Auch das Baugewerbe kann sich vor Aufträgen kaum retten. Quelle: dpa
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Landkreis

Günstige Kredite sind dafür verantwortlich, dass sich viele Menschen dazu entschließen, eine Immobilie zu kaufen oder einen Umbau am Haus vorzunehmen. „Die Betriebe haben so viele Aufträge wie in den vergangenen 25 Jahren nicht mehr“, sagt Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg. Das sei natürlich eine positive und erfreuliche Momentaufnahme. Aber langfristig betrachtet sei er eher besorgt.

Geld sei immer weniger Wert

„Für die gesamte Volkswirtschaft ist das jetzige Phänomen eigentlich fast tödlich“, so Pape. Das Geld sei immer weniger Wert. Rücklagen für das Alter fallen häufiger weg. Jetzt säße das Geld bei den Menschen zwar noch relativ locker, in einigen Jahren jedoch werde es an Mitteln fehlen. Aus diesem Grund empfehle er den Menschen, Eigentum zu kaufen, wenn das möglich ist. „Das kann einem niemand mehr nehmen.“

Trotz aller langfristiger Probleme, die auftreten könnten, sei die jetzige Auftragslage eine gute Möglichkeit für die Bau-Unternehmen, Eigenkapital aufzubauen. Die positive Auftragslage halte seiner Einschätzung nach noch ein bis zwei Jahre an. Das sei wichtig für die Firmen, um Eigenkapital aufzubauen und sich für schlechtere Zeiten abzusichern. Von dem Boom profitieren derzeit alle Betriebe aus dem Haupt- und Nebenbau. Eine spezielle Branche will Pape nicht hervorheben.

So früh wie möglich an Firmen herantreten

Den Verbrauchern rät der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, so früh wie möglich an die Firmen heranzutreten, wenn etwas am Haus gemacht werden muss. „Die Wartezeiten können im Moment etwas länger sein.“ Von zwei bis drei Wochen bis hin zu einem Vierteljahr sei alles möglich. „Unser Handwerk ist eben keine Fließbandarbeit.“ Ein Auftrag benötige Zeit. Insbesondere größere Ausbauten, aber auch kleinere Aufträge müssten der Reihe nach abgearbeitet werden. „Da bitte ich bei den Kunden um Verständnis“, so Pape.

Kurzfristiges Aufrüsten nicht sinnvoll

Trotz der guten Auftragslage und der damit verbundenen Wartezeiten sei es den Firmen nicht möglich, eine große Anzahl neuer Mitarbeiter einzustellen. Das liegt laut Pape zum einen an der Perspektive, dass die Auftragslage eventuell schon im kommenden Jahr wieder nachlasse. Ein kurzfristiges Aufrüsten sei nicht sinnvoll. Zum anderen fehle es auf dem Arbeitsmarkt an gut ausgebildeten Fachkräften. Die Nachfrage sei höher als das Angebot. „Wir suchen konstant nach Fachkräften, aber finden sie nicht“, berichtet Pape.

Anders sieht es bei den Auszubildenden aus. Davon gebe es in diesem Jahr mehr als zuletzt. Bis sie jedoch eine vollwertige Arbeitskraft für ihre Arbeitgeber sind, dauere es natürlich noch eine Weile. jemi

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