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Landrat Farr reagiert mit Kopfschütteln

Erlebniswelt Renaissance Landrat Farr reagiert mit Kopfschütteln

Mit Unverständnis und zunehmender Verärgerung hat Landrat Jörg Farr auf die neuerlichen Vorwürfe des WGS-Kreistagsabgeordneten Heinrich Sasse reagiert. Dessen an ihm geäußerte Kritik im Zusammenhang mit der Pleite der Erlebniswelt Renaissance (EWR) entbehre jeder Grundlage, stellt Farr klar. Und das wisse der Rintelner selbst am besten.

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Die Erlebniswelt Renaissance (hier im Hamelner Hochzeitshaus) – gestartet mit großem Brimborium und dann jäh abgestürzt.

Quelle: Archivfoto

Landkreis. Farr stört sich daran, „dass Herr Sasse wiederholt den Eindruck zu erwecken versucht, dass ich seine Anfragen nicht ausreichend beantworte“. Das sei schlichtweg falsch.

„Über den Fortgang der Situation bei der EWR ist in den politischen Gremien des Landkreises in über 20 Sitzungen berichtet worden“, zählt der Landrat auf. „Unabhängig davon habe ich im Jahr 2014 diverse Fragenkataloge umfassend beantwortet. Die Antworten und Anlagen füllen einen ganzen Aktenordner – einschließlich der erneuten Übermittlung eines Rechtsgutachtens, das sich mit Haftungsfragen auseinandersetzt“, sagt Farr, der nebenbei darauf hinweist, dass sich Sasses Anfragen auf Vorgänge der Jahre 2001 bis 2009 beziehen. Und damit auf einen Zeitraum, in dem er selbst noch gar nicht im Amt war.

Durch die umfassenden Auskünfte sei Sasse bekannt, dass der Landkreis „keinerlei Schadensersatz gezahlt hat und auch zukünftig nicht in Anspruch genommen wird“. Der WGS-Politiker habe außerdem Kenntnis davon, „dass die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder keine Freistellungsansprüche beim Landkreis gestellt haben“.

Schließlich wisse er auch, dass das Rechtsgutachten der Kanzlei Schulz-Koffka zu dem Ergebnis kommt, dass Haftungsansprüche gegenüber den vom Landkreis Schaumburg entsandten Mitgliedern des Aufsichtsrates nicht erkennbar seien.

Im Raum stehende Schadensersatzansprüche hätten sich vielmehr gegen die damalige Geschäftsführung gerichtet. Farr macht gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass es in der EWR erhebliche Probleme bei der Projektumsetzung gegeben hat.

Nicht ohne süffisanten Unterton stellt der Landrat in seiner gestrigen Stellungnahme fest: „Mit Ausnahme von Herrn Sasse hat kein anderes Kreistagsmitglied ein Informationsdefizit beklagt.“

Das Verhältnis zwischen beiden gilt seit Langem als äußerst angespannt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es über Parteigrenzen hinweg, Sasse versuche immer mal wieder, sich auf Kosten des Landrats zu profilieren.

Fest steht: Heute Vormittag wird sich das Verwaltungsgericht Hannover mit dem Fall EWR beschäftigen (SN berichteten). Der Kreistagsabgeordnete hat dort Klage gegen Farr eingereicht, will auf diesem Wege weitergehende Auskünfte erzwingen.

Farr sieht dem Prozess nach eigenen Worten gelassen entgegen: „Warten wir ab, ob das Verwaltungsgericht in der mündlichen Verhandlung zu dem Ergebnis kommt, dass Defizite bei der Auskunftserteilung bestehen.“ mf

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