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Aus dem Landkreis Landschaftsrahmenplan wird erstellt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Landschaftsrahmenplan wird erstellt
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16:10 30.09.2018
Der Landschaftsrahmenplan konkretisiert die Ziele des Naturschutzes. Quelle: Symbolbild dpa
Landkreis

Er bietet die Grundlage für die Bewertung und Abwägung von sogenannten Nutzungskonkurrenzen in der Natur – etwa Bauland gegen landwirtschaftlich genutzte Flächen – und konkretisiert die Ziele des Naturschutzes. Obwohl sich keine unmittelbare Rechtswirkung ergibt, hat er doch gutachterlichen Charakter. Den Stand der Bearbeitung hat das Landschaftsarchitekturbüro Kortemeier Brokmann im Umweltausschuss vorgestellt.

Plan stammt aus dem Jahr 1986 und muss aktualisiert werden

Nach Auskunft von Dezernentin Andrea Stüdemann kommt der Landkreis mit der Fortschreibung des 1986 erstellten – und damit in die Jahre gekommenen – Landschaftsrahmenplanes einer gesetzlichen Pflicht nach. Das Verfallsdatum liege bei etwa 20 Jahren, „die Neuplanung wird also Zeit“, so Stüdemann. Denn die aktuelle Fassung liefere nicht mehr die nötige Grundlage zur Bewertung und Abwägung konkurrierender Interessen in der Landschaft.

Die Bearbeitung werde drei Jahre in Anspruch nehmen, informierte Michael Kasper, Geschäftsführer des Architekturbüros, die Ausschussmitglieder. In dieser Zeit werde es seitens seines Büros noch zwei weitere Vorstellungen im Umweltausschuss geben. Außerdem werde ein Begleitarbeitskreis mit Trägern öffentlicher Belange, der Naturschutz- und weiteren Fachbehörden initiiert, der ebenfalls dreimal zusammenkommen soll. Die Projektabstimmung soll in den nächsten Jahren mit acht Zusammenkünften mit dem Landkreis absolviert werden.

2021 soll das Papier fertig sein

Die erste Phase – die Klärung der Aufgabenstellung – sei abgeschlossen. Bis Mitte 2019 soll die Erfassung und Bewertung des Naturzustands beendet sein. Ein Jahr später sei mit der Erstellung des Zielkonzepts und dem Maßnahmenkatalog zur Umsetzung zu rechnen. Die abgestimmte Fassung liege dann Ende 2021 vor.

Neben dem Landschaftsrahmenplan ist das Herforder Büro auch für die Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope und die Erfassung der Biotoptypen zuständig – und das bei einer Gesamtfläche des Landkreises von rund 676 Quadratkilometern. Dafür waren die Experten in den vergangenen Monaten in Schaumburg unterwegs. Der Landkreis hatte über die Presse auf diese gesetzlich erlaubten Begehungen auch von Privatgrundstücken aufmerksam gemacht. Zudem stützt sich das Büro bei der Ausarbeitung auf Luftbildaufnahmen.

Ziel ist die Sicherung von Gebieten mit sehr hoher Bedeutung für Arten und Biotope sowie die Wiederherstellung von Gebieten. Dies könnte für Landbesitzer bedeuten, dass ihre Fläche plötzlich als schützenswertes Biotop katalogisiert wird. Dies könnte wiederum zu Einschränkungen führen, was die Besitzer mit und auf ihrem Land machen dürfen.

Von Mira Colic